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Dezember 2008: Brian
Wilson: That Lucky Old Sun.
Aus der
Amazon.de-Redaktion
That Lucky Old Sun, das neue Studioalbum von Brian Wilson ist
musikalisch wohl das schönste Happy End einer Künstertragödie. Dass
der ehemalige Beach-Boys-Mastermind nach jahrelanger Selbstzerstörung
und ewig langer Therapie wie ein Phönix aus der Asche stieg, war schon
ein Wunder für sich. Doch nun legt er mit 66 Jahren jenes Album vor,
von dem er lange redete und nun das realisierte, was sich jahrzehntelang
nur in seinem Kopf abspielte - die perfekte, zeitlose Pop-Suite, das
heitere Manifest eines musikalischen Genies. Allein der Ausgangspunkt
des dichtgewebten Konzeptalbums ist genial - „That Lucky Old Sun“,
ein Louis-Armstrong-Klassiker aus dem Jahr 1949, um den sich alle Songs
über „den perfekten Tag in Los Angeles“, die narrativen
Zwischenteile und Arrangements weben.
Seit Pet Sounds,
dem Beach-Boys-Pendant zu Sgt. Pepper gab es kein so
geschlossenes und in sich schlüssiges Pop-Werk, aus dem man einzelne
Songs kaum herauslösen und loben kann. Sie sind allesamt Höhepunkte an
Kompositions- und Arrangementkunst, an instrumentaler Umsetzung zu
subtilen, durchaus humorvollen und ironischen Texten. Die meisten
stammen von Gitarrist Scott Bennett, die Sprechpassagen über Los
Angeles von Wilsons Weggefährtem Van Dyke Parks. Viele Titel sprechen für
sich, wie etwa „Forever She'll Be My Surfer Girl“, „California
Role“, ein hinreissendes Tribut an Hollywood im Dixieland-Stil, sowie
die drei autobiografischen, reflektiven Songs „Southern California“,
der ausgelassene Rock‘n‘Roller „Going Home“ und das ergreifende
„Midnight's Another Day“. Wilson hat seine künstlerische Freiheit
als Produzent genutzt, mit vielen alten Freunden das Beste aus
Beach-Boys- und Beatles-Harmonien mit Big Band, Latino und groß
inszenierten Streicherpartien zu einem sonnigen, lebensfrohen Szenario
zu mischen, was bereits das Sixties-Cover verspricht. Brian Wilson ist
endlich ganz und gar bei sich angekommen. -- Ingeborg Schober
Seit Anbeginn der
Karriere der Beach Boys bin ich Fan, also seit über 40 Jahren. Schon
lange leben die beiden jüngeren Brüder Brians, Dennis und Carl, nicht
mehr. Von Dennis gibt es übrigens auch eine Wiederveröffentlichung
seines Albums Pacific
Ocean Blue, eine wunderschöne Legacy Edition als Doppel CD.
Ausgerechnet Brian, dem man in 70er kaum noch Überlebenschancen gab,
ist wieder auferstanden - und wie! Seit er solo auf Tournee geht, habe
ich ihn und seine phantastische Band live gesehen: in Deutschland,
Holland und vor allem London. So war ich auch letztes Jahr dort und habe
die Uraufführung von That Lucky Old Sun erleben dürfen. Ich werde das
nie vergessen. (KDR)
Die Grenze, der
Strom und das Drama
von KD Regenbrecht, Schon
1990 erschienen:
Die Live-Mitschrift der Wiedervereinigung.
Auszug: Neunter November 1989, West-Berlin:
Sie hüpfte um mich herum, boxte mir in den Magen, zog meine ... mehr
August/September: Die
Reisen des Johannes von KD Regenbrecht
Juli 2008: Continuity
von KD Regenbrecht
Mai/Juni 2008: Das
Camp von KD Regenbrecht
Februar bis April 2008:
Charlotte Link: Die letzte Spur.
Kurzbeschreibung Fesselnd, abgründig, raffiniert - der
sehnsüchtig erwartete neue Spannungsroman von Charlotte Link
Elaine Dawson ist vom
Pech verfolgt. Als sie nach Gibraltar zur Hochzeit einer Freundin reisen will,
werden sämtliche Flüge in Heathrow wegen Nebels gestrichen. Anstatt in der
Abflughalle zu warten, nimmt sie das Angebot eines Fremden an, in seiner Wohnung
zu übernachten - und wird von diesem Moment an nie wieder gesehen. Fünf Jahre
später rollt die Journalistin Rosanna Hamilton den Fall neu auf. Plötzlich gibt
es Hinweise, dass Elaine noch lebt. Doch als Rosanna diesen Spuren folgt, ahnt
sie nicht, dass sie selbst bald in Lebensgefahr schweben wird
...
Klappentext »Charlotte Link erzeugt in ihrem Thriller eine
beinahe Nerven zerfetzende Spannung. Kunstvoll verflechten sich die
Handlungsstränge zu einem fesselnden Krimi-Meisterwerk. Und gerade wenn der
Leser meint, er wisse jetzt, wie der Hase läuft, schlägt Link noch ein paar
atemberaubende Haken. Ein Taschenbuch zum Wegschmökern, das selbst am Strand
noch für Gänsehaut sorgt.« Hamburger Morgenpost
über »Der fremde Gast«
Januar 2008,
Doris Lessing: Das goldene
Notizbuch:
Kurzbeschreibung Das goldene
Notizbuch, längst ein klassisches Dokument in der Geschichte der Befreiung
der Frau, ist das komplexeste Werk über weibliche Intellektualität, das es gibt,
und zugleich ein großer Roman über das geistige und moralische Klima in der
Mitte unseres Jahrhunderts. Zunächst aber ist es die Geschichte von zwei Frauen,
zwei Freundinnen - der Schriftstellerin Anna Wulf und der Schauspielerin Molly
Jacobs. Beide sind um die vierzig, geschieden und haben ein Kind zu versorgen:
»ungebundene Frauen«, die viele Beziehungen durchleben, haltbare und
unhaltbare. Eingeflochten in den Roman dieser Frauen sind die Notizbücher der
Schriftstellerin Anna - das schwarze, das rote, das gelbe und das blaue. »Sie
führt vier und nicht eines«, schreibt Doris Lessing, »weil sie, wie sie erkennt,
die Dinge voneinander getrennt halten muß, aus Furcht vor dem Chaos, vor
Formlosigkeit - vor dem Zusammenbruch.« Ihnen wird schließlich ein Ende gesetzt,
und es entsteht etwas Neues: Das goldene Notizbuch.
Oktober/November 2007: Stilles Chaos von
Sandro Veronesi
Kurzbeschreibung Über den Mut, seiner inneren Stimme zu
vertrauen
Sandro Veronesi ist neben
Niccolò Ammaniti und Alessandro Baricco einer der wichtigsten italienischen
Gegenwartsautoren. Sein Roman »Stilles Chaos« wurde mit dem Premio Strega
ausgezeichnet und steht seit Monaten auf den italienischen Bestsellerlisten. Der
Roman wird in zehn Sprachen übersetzt und mit Nanni Moretti in der Hauptrolle
verfilmt werden.
Es sollte ein entspannter
Tag am Meer werden, doch als er zu Ende geht, hat sich das Leben des vom Erfolg
verwöhnten Mailänder Managers Pietro schlagartig verändert: seine
Lebensgefährtin ist tot, die gemeinsame Tochter Claudia traumatisiert. Immer
wird sich Pietro vorwerfen, im entscheidenden Moment für Frau und Kind nicht da
gewesen zu sein. Das soll nie wieder vorkommen. Er beschließt, von nun an für
seine Tochter immer verfügbar zu sein. Tagtäglich sitzt er vor Claudias Schule
und wartet, bis sie wieder aus dem Gebäude auftaucht. Dass er sich mit seiner
totalen Fürsorge lächerlich macht, interessiert ihn nicht. Seine Umwelt ist
zunächst irritiert - und dann zunehmend fasziniert. Da wagt es einer, sich nicht
von der Vernunft, sondern von seinen Empfindungen leiten zu lassen. Pietro wird
zu einer Attraktion, zu dem die Mitmenschen mit ihren Sorgen und Nöten kommen,
der Zeit für sie hat und der es versteht, ihnen wieder Lebensmut zu geben. Ein
herrlich subversiver Roman über die Möglichkeit, aus dem Alltagstrott
auszubrechen und das zu machen, was man für wirklich wichtig hält im
Leben.
August/September 2007 Eine Frage der Zeit von Alex Capus Kurzbeschreibung Drei
deutsche Werftarbeiter und ihre Odyssee im Herzen Afrikas
Alex Capus besitzt eine
wunderbare Doppelbegabung«, hieß es in einer Sendung des Hessischen Rundfunks
treffend, »er recherchiert nicht nur gut und genau, er kann auch verdammt gut
erzählen.« In seinem neuen Roman stellt Alex Capus seine Doppelbegabung erneut
unter Beweis. Kraftvoll und unprätentiös erzählt er eine ganz unglaubliche, doch
wahre Geschichte, in der es um die alte Frage geht, wie man unter der Macht der
Umstände ein Leben in Anstand und Würde führen kann.
Drei norddeutsche
Werftarbeiter werden 1913 von Kaiser Wilhelm II. beauftragt, ein Dampfschiff in
seine Einzelteile zu zerlegen und am Tanganikasee südlich des Kilimandscharo
wieder zusammenzusetzen. Der Monarch will damit seine imperialen Ansprüche
unterstreichen. Die drei Männer fahren nach Deutsch-Ostafrika mit der Aussicht
auf guten Verdienst, lassen sich bezaubern von der exotischen Kulisse und der
schönen Gouverneurin, geraten aber rasch in das gewalttätige Räderwerk des
Kolonialismus, aus dem es kein Entrinnen gibt. Zur gleichen Zeit beauftragt
Winston Churchill den exzentrischen, aber liebenswerten Oberleutnant Spicer
Simson, zwei Kanonenboote über Land durch halb Afrika an den Tanganikasee zu
schleppen. Als der Erste Weltkrieg ausbricht, liegen sich Deutsche und Briten an
seinen Ufern gegenüber. Keiner will, aber jeder muss Krieg führen vor der
pittoresken Kulisse des tropischen Sees. Alle sind sie Gefangene der Zeit, in
der sie leben, und jeder hat seine eigene Art, damit fertig zu
werden.
Juni/Juli
2007: Paul Auster: Reisen im Skriptorium
Kurzbeschreibung In einem verschlossenen, abgedunkelten Zimmer
sitzt ein alter Mann: vergesslich, gebrechlich, inkontinent. Er weiß weder
genau, wer, noch wo er ist. Eine Kamera und Mikrophone beobachten ihn. Auf
seinem Nachttisch stehen Dutzende Fotos von Menschen, die ihm bekannt vorkommen.
Auch Anna Blume, eine Schwester, die ihn versorgt, scheint ihm vertraut. Und
richtig, auch sie ist als junges Mädchen auf einem der Fotos abgebildet. Sie
nennt ihn Mr. Blank und sagt, er habe sie, wie viele andere, vor Jahren als
seine «Beauftragte» in die Welt hinausgeschickt, an einen entsetzlichen Ort des
Todes und der Zerstörung. Aber es sei nicht seine Schuld, er habe getan, was er
musste. Je mehr und je vergeblicher Mr. Blank sich besinnt, desto tiefer gerät
er in ein Labyrinth erdachter Welten, bis er sich schließlich selbst in den
Zeilen eines Manuskripts begegnet, das auf einem Holztisch in seiner Zelle
liegt: In einem verschlossenen, abgedunkelten Zimmer sitzt er als alter Mann...
«Reisen im Skriptorium» ist ein raffiniertes Vexierspiel, finten- und
voltenreich, brillant und kunstvoll. Begeben Sie sich mit Paul Auster auf die
Reise in einen Teufelskreis der Phantasie.
Der
Link zur englischen Ausgabe
April/Mai 2007 Olaf Kraemer, Uschi Obermaier: High Times
Aus der
Amazon.de-Redaktion Sie war die weibliche Ikone der 68er-Bewegung, dazu
Model, Muse, Groupie, Lebenshungrige. Das Bett teilte sie mit Mick Jagger und
Keith Richards, kaum eine Droge hat sie ausgelassen -- sie stand für die neue,
freizügige Weiblichkeit, die alles konnte und alles machte.
In High Times
schildert Uschi Obermaier in authentischem Erzählton Episoden aus ihrem wilden
Leben. Grundlage sind 50 Stunden Interview mit dem Journalisten und
Drehbuchautor Olaf Kraemer aus dem Jahr 1992. Das Material lag dann fast 15
Jahre auf Eis, weil es sowohl ihr selbst als auch zahlreichen deutschen Verlagen
zu drastisch erschien. Nun hat sie es doch publiziert, in ihrem ganz eigenen
Sound, der perfekt zu dem rasanten Leben passt, das jahrzehntelang wie ein
Roadmovie im Zeitraffer ablief.
Zu Anfang sehen wir die
kleine Uschi in Sendling, schon damals war sie von den "wilden Jungs" im Ort
fasziniert. Da gab's die ersten Kellerpartys, geraucht wurde "Judenstrick" und
nebenbei "so'n bisschen an den Titties angefasst". Dann kam der erste Sex, Sex
in der Kirche, im Freien, in der Isetta, überall wurde "rumgemacht", die
Entdeckung der Lust hatte etwas Religiöses. Es folgte der Sprung nach München,
sie "eroberte die Welt an der Seite eines Mannes", im Big Apple wurde bis
morgens gesoffen, gekifft, gesnift und geliebt. Immer schon wollte Uschi
Obermaier Verbotenes ausprobieren. Sie ging mit den durchreisenden Musikern aufs
Hotelzimmer, schmiss LSD-Trips und machte die ersten Foto-Shootings.
1968 begegnete ihr mit
Rainer Langhans die erste große Liebe, Stichwort: Kommune 1 in Berlin. Für die
Medien waren sie "das schönste Paar der APO" (Stern). Dabei war Uschi Obermaier
hoffnungslos unpolitisch und blieb für die übrigen Kommunarden immer das dumme
Fotomodell, das bei den endlosen Gruppensessions regelmäßig einschlief.
Schließlich ging es zurück nach München, Mick Jagger und Keith Richards
klingelten in derselben Nacht an ihrer Tür -- Ersterer machte damals das Rennen,
zu dem geplanten Dreier mit David Bowie ist es niemals gekommen.
Es folgten die zehn
intensiven und selbstzerstörerischen Jahre mit Dieter Bockhorn, dem wilden
Prinzen aus Hamburg, mit dem sie nach Indien reiste und im Wohnmobil durch die
USA tourte, der aber immer mehr in seiner Drogensucht versank.
High Times steht für
Sex, Drugs, Rock'n Roll -- dennoch werden Voyeure in dem Buch weniger auf ihre
Kosten kommen, dafür aber all diejenigen, die sich ein authentisches Bild einer
ganz ungewöhnlichen Stil-Ikone machen wollen.-- Henrik Flor,
Literaturtest
Peter
Sloterdijk: Zorn und Zeit
Kurzbeschreibung Unverwechselbares Kennzeichen des Denkens und
Schreibens von Peter Sloterdijk ist die Einbettung aktuellster Fragen in ihre
lange Geschichte. Dadurch gelangt er zu Neubestimmungen der gegenwärtigen
condition humaine, kann sie durch eine bisher unbekannte Perspektive sichtbar
machen und unerwartete oder ungewollte Zusammenhänge nachweisen. In seinem neuen
Essay geht er auf den Zorn ein, dessen Folgen sich als Kampf, Gewalt, Aggression
äußern. Am Anfang des ersten Satzes der europäischen Überlieferung, die mit der
Ilias beginnt, steht das Wort »Zorn«. Er gilt dort als unheilbringend – und wird
deshalb hoch geschätzt, auch weil er Helden hervorbringt. Wie kommt es, daß Zorn
schon relativ bald danach in der Polis nur in eng umgrenzten Situationen
zugelassen wird? Wie kommt es in späteren kulturellen Traditionen zur
Herausbildung des »heiligen Zorns« und damit zugleich eines ersten Begriffs von
Gerechtigkeit? Wie ist eine kommunistische Weltbank des Zorns denkbar? Wie kam
es dazu, daß die Gesellschaften mit Gerechtigkeit als Grundwert den Zorn in
allen Kontexten ausgeschlossen haben? Und wie ist seiner Wiederkehr zu Beginn
des 21. Jahrhunderts zu begegnen? Peter Sloterdijk formuliert eine Antwort:
»Große Politik geschieht allein im Modus von Balanceübungen. Die Balance üben
heißt keinem notwendigen Kampf ausweichen, keinen überflüssigen provozieren. Es
heißt auch, den Wettlauf mit der Umweltzerstörung und der allgemeinen
Demoralisierung nicht verloren geben.
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