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Die erste Aufgabe

ist eine Übung, die auf eine lange Tradition und eine banal anmutende Erkenntnis zurückgreifen kann: Jeder noch so geniale Text ist aus einfachen Worten gemacht.

Substantive:

Augen
Badeanzug
Becken
Blut
Brille
Daumen
Ende
Fleisch
Haar
Hände
Kante
Kopf
Nebel
Platz
Rand
Rose
Ruck
Schwimmbecken
Sprung
Sprungbrett
Stiel
Wasser
Zeigefinger

Adjektive/Adverbien:

hoch
kastanienbraun
kurzgeschnitten
kurzsichtig
lang
leer
plötzlich
prachtvoll
untere
wässerig

 

 

 

 

 

 

 

Verben:

bemerken
bitten
erheben
gehen
gleiten
halten
nehmen
sagen
schwimmen
sehen
setzen
tauchen
umdrehen
vorstrecken
wallen
weggehen

 

 

 

Aufgabe ist, eine kleine Erzählung (oder den Anfang eines längeren Textes) von 500 - 600 Wörtern zu basteln; einzige Auflage: Jedes oben genannte Wort darf einmal verwendet werden und natürlich konjugiert, dekliniert werden.

Das Vokabular habe ich "Goodbye, Columbus!" (von Philip Roth, Reinbek, 1987) entnommen. Der Kurzroman fängt so an: Wer es vorher nicht lesen will, schaut einfach nicht hin.

"Als ich Brenda zum ersten Mal sah, bat sie mich, ihre Brille zu halten. Dann ging sie bis zum Ende des Sprungbretts und blickte wie durch Nebel ins Schwimmbecken: Auch wenn es leer gewesen wäre, die kurzsichtige Brenda hätte es nicht bemerkt. Sie tauchte mit einem prachtvollen Sprung ins Wasser; gleich darauf kam sie zurückgeschwommen, den Kopf mit dem kurzgeschnittenen kastanienbraunen Haar hoch erhoben, ein wenig vorgestreckt, als sei er eine Rose an einem langen Stiel. Sie glitt zum Rand des Beckens, und schon stand sie vor mir. »Vielen Dank«, sagte sie, und ihre Augen waren wässerig, aber nicht vom Wasser. Sie nahm ihre Brille an sich, setzte sie aber erst auf, als sie sich umdrehte und wegging. Ich sah ihr nach. Plötzlich tauchten ihre Hände hinter ihr auf. Daumen und Zeigefinger packten die untere Kante des Badeanzugs und brachten das hervorschauende Fleisch mit einem Ruck an seinen Platz. Mein Blut wallte auf."

Natürlich gibt es eine Menge Schlüsselwörter (Blut, Fleisch et al) in dem Text, und ich denke, entscheidend ist, wie man mit ihnen umgeht. Man kann auf sie "hereinfallen", sie in den Bereich der Retrospektive verweisen, in den Bereich der Spekulation oder sie auch verneinen.

© by kloy 2001