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Die Vorwarnungen, Der
Sender (SWR4), Am See, Redaktionskonferenz,
Koblenz, Löhr-Center, Vallendar
am Rhein und Koblenz,Wohngebiet
linksrheinisch
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(EK)
Die
Vorwarnungen
Über Monate erschreckte ein
leichtes Zittern der Erde die Menschen in unregelmäßigen Abständen.
Häufiger in der Nacht, aus dem Schlaf gerissen, mochte man glauben,
geträumt zu haben und war sich der Wahrnehmung nicht sicher. Was nicht
sein kann, das nicht sein darf, dachte man und ging weiter, allerdings
etwas verunsichert, seinen Geschäften nach.
Ein oder zweimal in der
letzten Zeit jedoch war das Beben heftiger und spürbarer gewesen:
Gläser klirrten und zersprangen, leichte Risse wurden in älteren
Hauswänden sichtbar, hie und da fiel ein Bild von der Wand,
Fernsehantennen und Satellitenschüsseln waren neu auszurichten, schmale
Aufbrüche an einigen Straßen der Vordereifel ärgerten die Autofahrer.
Eine defekte Weiche auf der Bahnstrecke zwischen Koblenz und Köln
führte zu nachhaltigen Verspätungen der Züge, führte aber zu keinem
Unglück. Die Schäden wurden überall schnell behoben. Das Leben
verlief weiter in seinen geordneten Bahnen.
Einige Sensible,
Nachdenkliche, auch Ängstliche jedoch blieben wachsam. Fetzen alter
Erinnerungen tauchten im Gedächtnis auf, in der Schulzeit Gehörtes,
Gelesenes, Gelerntes.
Und so klingelten nun die
Telefone bei Verwaltungen und Behörden, suchten die Bewohner des
Großraums Koblenz bei Polizei und Feuerwehr Auskunft und Beruhigung
zugleich zu bekommen.
Gewiss hatte es auch in der
Vergangenheit starke Beben mit Schäden im Mittelrheingebiet gegeben.
Zuletzt April 1992 mit 5,8 oder beispielsweise das Beben im März 1951
mit dem Epizentrum Euskirchen und der Stärke von 5,8. Über die
Jahrhunderte hatte sich immer wieder die Erde bewegt und Mauerrisse,
Giebeleinstürze, Kamin- und Dachschäden verursacht. Menschen kamen
selten zu Schaden. Von dem bislang schwersten Beben im Oberrheingraben
bei Basel im Jahre 1356 ist bekannt, dass über 300 Todesopfer zu
beklagen waren.
Von verheerenden Beben und
Verwüstungen weiter Landstriche wie im Mittelmeerraum ist Deutschland
auch in seinen kritischen Regionen, Schwäbische Alb, Oberrheingraben,
Mittelrhein, bis jetzt verschont geblieben.
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(EK) Der Sender
Studio SWR4 ("da sind
wir daheim!"), Friedrich-Ebert-Ring, 56068 Koblenz
SWR4 auf UKW Astra 1c, Kanal 48, 7,56 MHz
Studioleiterin: Hanni B. Zwölf
Mitarbeiter (mit Freien und Praktikanten) in engem Austausch mit den
Regional-Büros Bad Neuenahr und Betzdorf (Westerwald).
Nachrichten: zu jeder vollen Stunde,
regionale Nachrichten aus den Studios achtmal, bzw. viermal samstags.
Am Morgen des 13. Juli gab es die ersten
Anfragen im PC. Auch der Ticker im Nebenraum ratterte.
Die Leiterin des Regionalsenders, Hanni
B., war wie elektrisiert; als Workaholic, intelligent und ehrgeizig im
Sender bekannt, war ihr journalistischer Spürsinn geweckt. Ferienzeit
bedeutete Saure-Gurken-Zeit. Die Reportagen erschöpften sich in
Feuerwehr-Übungen, Kirmes, Waldfesten und Ähnlichem. Endlich passiert
mal was, dachte sie. Ihre Notizen wurden umfangreicher. Helen, die
Mitarbeiterin für Aktuelles, begann bereits mit der Sichtung. Eine
Serie von leichten Erdbeben, die an sich nicht beunruhigen sollte. Aber
da waren noch der Anruf und das Fax des Studenten aus Bonn gewesen. Von
irgendeinem Geo-Institut, niemand nehme ihn ernst, aber die Anzeichen
seien eindeutig. Ein schwerstes Erdbeben, möglicherweise mit Eruption
in der Vordereifel stünde bevor, und zwar in den nächsten zwei, drei
Tagen. Auf dem Fax jede Menge Kurven und Diagramme, die den beiden
Frauen nichts sagten.
Hanni B. nahm ihren Block, stellte eine
Liste zusammen, an deren Ende, dreimal unterstrichen, das Datum 14. Juli
gesetzt war. Sie rief ihre Leute zusammen und unterrichtete sie kurz von
der außerordentlichen Redaktionskonferenz für morgen, den 14. Juli,
acht Uhr, überhörte den Protest ob der frühen Stunde, verteilte noch
ein paar Aufgaben und entließ Mitarbeiter und Praktikanten
einigermaßen verdutzt.
"Helen, komm doch bitte mit."
Es geschah selten und nur bei besonderem Anlass, dass die beiden so
unterschiedlichen Frauen sich zurückzogen. Hanni stand mit dem Rücken
an das Treppengeländer gelehnt und rauchte in tiefen Zügen: "Was
meinst du?" Nur Helen wusste von dem Anruf des Studenten.
Eine Weile sah sie abwesend auf den
Fußboden. "Wenn der Kerl ein Spinner ist, sind wir blamiert."
"Und wenn er Recht hat?",
entgegnete Helen, "wenn die offiziellen Verlautbarungen nur
Hinhaltemanöver sind?" Sie sahen sich fragend an, zuckten ratlos
die Schulter. Hanni griff mit einer energischen Bewegung in ihren
kurzen, blonden Schopf: "Ich muss weg, du bleibst hier und hältst
die Stellung. Schau im Internet nach, was du über Vulkanismus und so
finden kannst. Versuch mal, andere Beobachtungsstationen
anzuzapfen."
Als sie gegen Mittag zurückkam, war sie
mit Büchern beladen. Sie war blass, wehrte alle Fragen ab und
verschwand in großer Eile in ihrem Büro, schloss sich ein, nahm keine
Telefonate entgegen und kam auch bei Feierabend nicht zum Vorschein.
Sie las. Keine Bildschirmauskunft, keine
Webseite konnte ihr im Augenblick weiterhelfen, die wissenschaftlichen
Beiträge im Computer verwirrten sie. Als geübte Leserin flog sie über
die Seiten, blieb an Formeln und Berechnungen hängen und hetzte dann
weiter im Text. Den schönen Bildern widmete sie sich nur beim
Weiterblättern der Seiten.
Weit nach Mitternacht war sie soweit,
dass sie sich einen Überblick verschafft hatte. Zusammen mit Helens
Ergebnissen aus dem Computer, erschienen die Aussagen des anonymen
Studenten in einem ganz anderen Licht. Und neue Fragen tauchten auf.
Warum wurde die Öffentlichkeit nicht ausreichend vorgewarnt? Ein
Vulkanausbruch. Oder irrten sie sich?
"Ich spüre es", flüsterte
Hanni, "wir werden einen Vulkanausbruch haben, einen
gewaltigen."
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(EK) Am See
Den Mönchen und einigen Besuchern war aufgefallen, dass der
Seespiegel in bleigrauer Färbung erschien, obwohl der Himmel in
zartestem Blau erstrahlte. Keine Wolke spiegelte sich im Wasser, kein
Baum; es war, als verschlucke der See alle Umrisse. Die Wasserfläche
lag unbeweglich, kein Lüftchen bewegte die Uferböschung.
Am Abend des 13. Juli verschwanden plötzlich die Enten vom See.
Niemand hatte beobachtet, wohin sie geflogen waren. Viele hatten ihr
Verschwinden gar nicht bemerkt. Die Wildschweine, das Damwild, auch die
Hasen und Wildkaninchen stoben in Richtung Brohl und weiter in die Eifel
davon. Es gab einige Zusammenstöße mit Fahrzeugen, doch das war um
diese Jahreszeit und in hellen Sommernächten nichts
Außergewöhnliches. Es gab keine Verletzten und die Blechschäden
wurden durch die Versicherung abgewickelt. Dem Revierförster hatte man
Mitteilung gemacht, doch bevor der die Nachrichten auf den Dienstweg
gab, wollte er sich selbst von dem Phänomen überzeugen.
Den Campern am Nordufer des Sees kam das Wasser beim abendlichen Bad
besonders warm vor; doch sie genossen das herrlich angenehme Gefühl als
mild-liebliche Dreingabe für ihren Urlaub.
Auf dem schmalen Uferstreifen, im Rücken schützend die Felsen bei
der Alten Burg, lagerte in den Sommermonaten "der Bayer". Seit
Jahren kam er in den Tagen nach dem ersten Mai, Schlafsack, Kochtopf und
die Rotweinflasche im speckigen, abgetragenen Rucksack. Mit weit
ausholenden Schritten, Raum greifend, ging er durch den Wald, nahm
Besitz von seinem Fleckchen Erde und ließ sich nieder. Im Herbst
verschwand er ungesehen, ein angenehmer Gast.
Er war genügsam, briet sich gelegentlich einen Fisch aus dem See
oder ging auf den Feldern und in den Obstkulturen der Mönche
"einkaufen". Sehr früh morgens zog er los und war zum
Morgenläuten bereits wieder an seinem Platz am See. Man kannte ihn,
ließ ihn in Ruhe. Er liebte diese Monate, saß oft tagelang an die
warmen Felsen gelehnt, unbeweglich, mit dem Blick über den See und den
Horizont. In seinen Gedanken war er dann unterwegs in Hitze, Sturm,
Kälte fremder Kontinente; er durchmaß die Wüsten, die Wälder, die
Gebirge dieser Erde. Tauchte in die Meere, lotete ihre tiefen
Geheimnisse aus, verirrte sich in den unwirtlichen Städten. Er
durchlebte die menschlichen Leidenschaften und litt als arme Kreatur. Im
Reich seiner Fantasie zu Hause, hatte er alles Denkbare gedacht und
erforscht. An diesem Maar der Eifel fühlte er sich gesegnet und
angekommen.
Ab und zu holte er sich frischen Rotwein, auch da hatte er seine
Quellen, und da er ein Heimlicher und ein Schweiger war, blieb dies
ungenannt und unbekannt.
Als er am Abend des 13. Juli zu seinem Lager kam, bemerkte er die
Veränderung. Die Stille fiel ihm auf, kein Hauch, kein Blatt regte
sich, kein Laut vom Campingplatz. Und es stank ekelhaft um seinen
Schlafsack; er suchte unter dem Felsen, im Laub, die Erde war
ungewöhnlich warm, fast heiß. Auch das Wasser erschien ihm erdig und
schmierig, das Bad hatte nicht erfrischt. Unruhe erfasste ihn. Der See
lag in fahler Dämmerung, seltsam fremd und fast lauernd. Ein Unbehagen
ergriff ihn, eine Ahnung kroch in ihm hoch, spannte das Unheimliche
seine Sinne. Er erinnerte sich schlagartig: Vor Jahren hatte er
Ähnliches bei seinen Wanderungen am Spirit Lake in den USA gespürt.
Von der Wucht der Erkenntnis taumelte er fast.
Fahrig rollte er seinen Schlafsack zusammen, packte Kochtopf, Schuhe,
Flasche und den Rest, stopfte alles in den Rucksack und ging, immer
schneller werdend, durch die Dunkelheit des Waldes davon, der Straße
entgegen. Kein Blick zurück, die Zeit am See war vorbei.
In der Nacht sprangen die letzten Fische. Wild und heftig schlagend,
versuchten sie dem See zu entkommen und als sie starben, sanken sie auf
den Grund und zerfielen schnell.
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(EK) Redaktionskonferenz, 14. Juli, morgens 8 Uhr
Hanni B. hatte sich entschlossen, taktisch vorzugehen, das Thema
sollte als unverfänglicher Rechercheauftrag auf den Tisch kommen:
- Wie weit sind die Arbeiten am Vulkanpark? Was sieht der Besucher inzwischen und ist das didaktische Material für Jedermann
verständlich?
- Hat sich der finanzielle Einsatz, auch durch das Land,
niedergeschlagen?
- Wie waren die diversen Museen ausgestattet? Lebendig und
verstehbar auch für Laien und Kinder?
- Was konnte man berühren, erfassen, vielleicht riechen? Welche
Objekte kamen zum Einsatz?
- Welche Ansprechpartner standen Interessierten zur Verfügung? Wie
war das Personal geschult?
- Wo und wie waren gastromonomische Angebote?
- Und was erhofften und versprachen sich die Ortsvorsteher und die
Bürgermeister der Verbandsgemeinden?
- Umfrage auf den Straßen: Was denken die Bürger in der
betroffenen Region?
Sie hatte einige der ausgeliehenen Bücher mitgebracht: "Und
macht Euch bitte kundig, wie vulkanische Landschaften entstehen."
Dann Lachen, Umarmungen, Verabredungen. Die Sonne schien und die Crew
war begierig, am nächsten Tag hinauszufahren in einen strahlend
schönen Sommertag, eifrig und voller Tatendrang. Hanni mochte ihre
Mitarbeiter, schätzte ihre Qualifikation und Begeisterungsfähigkeit.
Und dann war sie allein. Stille in fast allen Räumen. Der Ehrgeiz,
eine erstklassige Reportage zu machen, hatte sie gepackt. Die ihr
teilweise immer noch unbekannten Begriffe schwirrten durch ihren Kopf:
Magnitude, Seismotektonik, Riffstrukturen, Kontinentaldrift, Hypozentrum,
Molassebecken, harmonischer Tremor, Laki-Spalte, Lapilli, Quellkuppen;
sie war gefesselt von den vielen Möglichkeiten, die dieses Thema barg.
Das schmale Bändchen von Schmincke faszinierte sie und so wanderte sie
mit diesem Führer zurück in die Urzeit der Erde. Angst und Schrecken
einer möglicherweise bevorstehenden Katastrophe relativierten sich in
diesem kosmischen Zusammenhang.
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Samstag, 15. Juli, Vormittag
(DM) Löhr-Center, Koblenz
"Ich freue mich, dass es endlich mit unserem Treffen geklappt
hat."
Meine Freundin Ulli drückt mir zur Begrüßung zwei Küsschen auf
die Wange und auf gehts zu unserem verabredeten Shopping im Löhr-Center. Es herrscht schon reger Betrieb an diesem Samstag morgen.
"Eigentlich wunderts mich, dass so viele Leute sich ins
Einkaufscenter verziehen, wobei draußen doch herrlichster Sonnenschein
ist," meint Ulli. "Hast du nicht Lust, ein wenig in der Sonne
zu sitzen und einen Cappuccino zu trinken?"
"Gute Idee, erstmal alles in Ruhe angehen lassen. Wir haben uns
schließlich beide den ganzen Tag frei genommen."
Gesagt, getan! Wir schlendern aus dem Center zum gegenüberliegenden
Eis-Café und machen es uns in der Sonne gemütlich. Kaum haben wir
Platz genommen und unseren Cappuccino bestellt, fängt alles an zu
vibrieren. Ganz kurz nur, wie so oft schon in den Vortagen.
"Mein Gott, da ists schon wieder. Langsam kann man richtig
Angst bekommen vor diesen Beben. Hoffentlich passiert nichts
Schlimmeres."
"Ach Quatsch, dann hätte man längst die Bevölkerung gewarnt
und mit Evakuierungen begonnen. Das ist eben so hier bei uns im
Rheinland. Immer etwas in Bewegung," meint meine Freundin bevor sie
sich genussvoll eine Zigarette ansteckt.
Auch die Menschen um uns herum nehmen es gelassen. Einige lächeln
zwar unsicher, hier und da auch mal ein etwas verängstigter Blick in
die Runde, aber schnell ist es wieder so, wie an einem ganz normalen
Sommermorgen.
Wir lassen uns viel Zeit, beobachten die vorbeikommenden Menschen und
lassen einige Bemerkungen über den ein oder anderen fallen, eine
Lieblingsbeschäftigung von uns.
Nach einer Weile schlendern wir zurück ins Löhr-Center und starten
mit unserem Einkaufsbummel in einer kleinen Boutique. Gerade probiere
ich in einer Kabine ein luftig-leichtes Sommerkleid an, da ist es schon
wieder, ein Beben, ein Vibrieren des Bodens, jetzt schon mehr einem
leichten Schütteln gleich. Der Spiegel an der Wand und der Stuhl in der
Ecke wackeln. Es ist, als wenn man für den Bruchteil einer Sekunde den
Boden unter den Füßen verliert. Ich versuche mich gerade an der Wand
festzuhalten, als es schon wieder vorbei ist.
"Hat es uns mal wieder geschüttelt?" Ulli schiebt etwas
unsicher lächelnd den Kabinenvorhang zurück.
"Na ja, man gewöhnt sich an alles," erwidere ich.
"Leichtes Schütteln erhöht vielleicht das Denkvermögen,"
füge ich hinzu und versuche so die Situation mit Humor zu nehmen. Im
Geschäft ist es wie vorher im Café. Der Betrieb läuft weiter. Ich
entscheide mich, das Kleid doch nicht zu kaufen. Irgend etwas drängt
mich dazu, die Boutique so schnell wie möglich zu verlassen. Ist es
etwa doch Angst? Unsinn! Alles hat sich wieder beruhigt, warum sollen
wir uns den schönen Tag verderben lassen?
Inzwischen ist es fast Mittag geworden. Wir entschließen uns unseren
Hunger im Basement beim Chinesen zu stillen.
"Wirklich toll, die Sommerdeko des Centers in diesem Jahr,
findest du nicht auch", meint meine Freundin. Wir genießen unsere
Frühlingsrollen und schwärmen vom nächsten Urlaub. Die meterhohen
Palmen, die vom Basement bis ins Obergeschoss reichen, der mit viel Sand
angedeutete Strand, die Luftmatratzen und die anderen Badeutensilien.
All das ist wie geschaffen, um Urlaubsstimmung aufkommen zu lassen.
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(AS) Vallendar am Rhein
Marie schaut wieder einmal zu der großen Uhr mit den schwarzen
Zahlen und dem gleichfarbigen breiten Rand, die gegenüber dem großen
Eiche Esstisch hängt. Den letzten Kontrollblick tat sie vor fünf
Minuten. Wann werden sie endlich kommen, Rike und der kleine Paul?,
fragt sich Marie seit Stunden. Das Flugzeug sollte vor sechs Stunden, um
4 Uhr 30 in Frankfurt landen. Sie hatte immer und immer wieder versucht
die Handy-Nummer zu erreichen, die sie vor zwei Tagen mitgeteilt
bekommen hatte. Vom Flughafen in Melbourne hatte ihre Tochter
telefonisch gerade noch mitgeteilt, dass sie schon dort eine
dreistündige Verspätung habe, so dass sich also die Ankunft in
Frankfurt wesentlich verzögere.
In Frankfurt ist für sie ein Mietwagen gechartert. Jetzt heißt es
also warten, warten, warten für Marie.
Ihr Mann Günter, der im Garten schon die Terrasse für die große
Grill-Party vorbereitet, steht an der Gartentreppe neben der Garage.
"Sie sind da!", ruft er.
Marie ist bereits an der Treppe vor dem Hauseingang; plötzlich geht
ein starkes Zittern durch ihre Knie, sie glaubt, die Beine würden ihr
den Dienst versagen. Drei Jahre hat sie Ulrike nicht mehr gesehen, nur
auf Video, aber nicht wirklich. Wird Rike noch die gleiche junge Frau
sein, die vor drei Jahren bei der Heirat mit Stefan erklärt hatte, sie
gehe mit ihm nach Melbourne, wohin seine Firma ihn für zwei Jahre
versetzen wollte? Inzwischen sind drei Jahre vergangen und die junge
Familie fühlt sich in Australien zu Hause, im Land ihrer Träume.
Der endgültige Abschied von der Heimat, dem Rheintal, war ihnen
nicht leichtgefallen. Der Anblick des bedrohlichen Atommeilers von
Mülheim-Kärlich jedoch erleichterte die Entscheidung.
Der Anblick des Meilers hatte die ganze Familie schon beim Einzug vor
zwölf Jahren erschauern lassen. Als Marie diese Gedanken durch den Kopf
gehen, erinnert sie sich kurz der Erdstöße, die in den letzten zehn
Tagen das Neuwieder Becken hatten erbeben lassen, ohne dass größere
Schäden entstanden waren.
An der Garageneinfahrt sieht Marie ihre Tochter mit dem kleinen, blau
gekleideten Menschenkind im Arm. Die beide haben Günter schon begrüßt
und stürzen nun auf Marie zu. Sie drückt Tochter und Enkel an sich,
sprachlos. Christiane, die noch zu Hause wohnt und in Bonn studiert,
eilt aus der Haustür; wegen eines Telefongespräches hätte sie die
Ankunft der Ersehnten fast verpasst. Sie umarmt die Schwester und den
Kleinen ganz herzlich und sagt:
"In einigen Minuten werden auch Michael und Nina eintreffen, sie
haben sich gerade übers Handy gemeldet. Also kann die Wiedersehensparty
losgehen. Papa hat schon Feuer unterm Schwenkgrill."
"Das ist ja eine tolle Überraschung, ein solch festlicher
Empfang", freut sich Rike, "damit habe ich nicht gerechnet,
gut, dass ich Paulchen unterwegs auf dem Parkplatz gestillt habe, so
können wir jetzt erst einmal zusammensitzen und auf den guten alten
Rhein schauen, den ich in Australien schon vermisst habe. Ein Fest für
Paulchen und seine Mama, toll!"
Günter trägt die beiden schweren Reisetaschen in Rikes altes Zimmer
und setzt auf der Terrasse den Kinderwagen zusammen. Er legt eine
kleine, bunte Wolldecke und ein Kissen hinein. An der Terrassentür
hält Marie das acht Wochen alte Kind im Arm; er nimmt es ihr ab, um es
in den Kinderwagen zu legen. Zwei Meter entfernt steht der Schwenkgrill,
daneben ein kleiner Tisch, auf dem ein großer Teller mit Grillgut
abgestellt ist, sowie Teller und Becher aus Pappe und Plastikbestecke.
Günter schaut zur Uhr, Michael und Nina sind noch nicht angekommen;
eine plötzliche Windböe treibt die Teller und Becher durch die
umliegenden Gärten. Dunkle Wolken, denkt Güter, der Wetterbericht
lautete anders. Und Marie denkt, sie hätte doch besser richtiges
Geschirr hergenommen, statt mit dem Plastikzeug die Umwelt zu belasten.
In der Zwischenzeit räumt Ulrike Sachen in ihr altes Mädchenzimmer.
Alles ist dort noch wie vor drei Jahren, nur ein Möbelstück ist
dazugekommen, das Kinderbett, in dem ihr Sohn Paul schlafen wird. Mit
dem Zeigefinger streicht Rike sanft über die Decke mit den süßen,
kleinen Herzen; hier haben wir drei unsere Kindheit verbracht, hier wird
für die nächsten vier Wochen Klein-Paulchen schlafen, denkt Ulrike,
während sie hinunter zur Terrasse geht.
Die Sonne ist verschwunden, Windböen jagen durch den Hof, dennoch
hat es nicht abgekühlt, eher scheint die Hitze noch unerträglicher
geworden zu sein.
"Ich höre Donnergrollen in der Ferne, es naht wohl ein
Unwetter, und Nina und Michael sind noch immer nicht da", sagte
Günter.
"Lass uns hier abräumen und ins Wohnzimmer ... Oh, Gott, was
war das?!", ruft Marie mit weit aufgerissenen Augen.
Ein Krachen, Zischen, Lärmen zieht durch die Luft, ein Donnergrollen
ohne Ende, ferne Blitze erhellen den dunklen Himmel.
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(BF) Koblenz, Wohngebiet linksrheinisch
Corinna Wolf trat auf die Terrasse.
"Herbert," rief sie ins Haus, "komm doch mal raus und
sieh dir das Licht an. Ist das nicht ein wunderschöner Sommertag?"
Ihr Blick ging vom Grün der Bäume in den hellblauen Himmel. Dabei
legte sie den Kopf soweit in den Nacken, dass der geflochtene Zopf lang
am Rücken hinab baumelte.
Herbert trat mit einem leisen Schritt neben sie. Sie spürte ihn
mehr, als sie ihn hörte.
"Weißt du, Herbert, bei einem solchen Sonnenschein denke ich an
Van Gogh. Die kräftigen Farben sind so überwältigend. Der Sommer ist
für mich die schönste Jahreszeit. Nichts ist mehr blass und farblos,
alles ist durchdrungen von Leben. Das tiefe Grün der Bäume ist eine
Wohltat für die Augen. Und sieh' dir unsere Sonnenblumen an, sie
strahlen in einem unglaublichen Gelb. Das Licht heute animiert mich
geradezu, meine verschüttete Leidenschaft neu zu entdecken. Ach, warum
habe ich nur Journalismus studiert?"
Ihr Mann legte seinen Arm um ihre Schultern.
"Deine Frage ist sehr interessant. Vielleicht hättest du
wirklich lieber eine stümperhafte Malerin werden sollen als die
glänzende Journalistin, die du bist. Dann hätte ich dich öfter in
meiner Nähe als jetzt."
Er sah Corinna mit breitem Lächeln an. Sie befreite sich aus seiner
Umarmung und stupste ihn mit leicht geballter Faust an.
"Du Ungeheuer. Wie konnte ich dich nur heiraten?"
"Vielleicht, weil du ein logisch denkendes Wesen bist mit einem
riesengroßen Herzen für einen armen Streuner. Bleib mal so, wie du
bist. Aber heute ist wirklich ein traumhaft schönes Wetter. Da können
wir mal so richtig was im Garten tun. Der hat es nötig. Ist nix mit
Liegestuhl und ausruhen. Willst du lieber den Rasen mähen oder Unkraut
rupfen?"
"Och, nein. Erst reißt du mich aus meinen schönsten
Tagträumen und dann musst du mich auch noch an das Arbeiten erinnern.
Wenn ich schon arbeiten muss, dann will ich wenigstens etwas Sinnvolles
tun. Für die Rupferei ist die Erde viel zu trocken. Dafür muss es erst
mal wieder regnen. Sonst bleiben alle Wurzeln in der Erde, und ich
reiße nur die Stängel ab. Ich hole mir lieber das Notebook unter den
Sonnenschirm. Mein Artikel für die Montagsausgabe ist noch nicht
fertig."
"Es ist bewundernswert, wie perfekt dein Job dich davon abhält,
Gartenarbeit zu machen. Aber das bin ich ja gewöhnt. Beschwere dich nur
nicht, dass der Rasenmäher dir zu laut wäre und du nicht denken
könntest. Bevor es nachher vielleicht ein Gewitter gibt, muss das Gras
unbedingt getrimmt werden. Unser Garten besteht bald nur noch aus einer
wilden Wiese."
"Ja, ja, und dann kommen die Hasen, fressen unsere Pflanzen ab
und hinterlassen ihre Sch.....! Ich weiß schon, Männlein. Mähe du mal
schön den Rasen. Ich sag auch nix, wenn es laut wird."
Corinna holte ihren kleinen Computer, stellte ihn auf den Gartentisch
und setzte sich in den Schatten. Hinter ihr rumorte ihr Mann im
Gerätehaus. Er fuhr den Rasenmäher auf das hohe Gras und stöpselte
den Stecker ein. Mit lautem Gebrumme sprang der Motor an und der Mäher
malte Streifen in die Wiese. Corinna setzte sich die Sonnenbrille auf.
Der Lichteinfall auf dem Bildschirm störte, und sie wechselte den
Stuhl. Doch wie sie das Gerät auch drehte, das Sonnenlicht war einfach
zu hell. Sie sah nichts. Mist, knirschte sie vor sich hin und machte den
Deckel des Gerätes wieder zu. Dann eben nicht. Sie stand auf, klappte
den Sonnenschirm zu und setzte sich wieder. Sie zog mit den Händen die
Armlehne etwas höher und drückte das Rückenteil ihres Stuhles in
Liegestellung. Mit dem rechten Fuß zog sie sich einen zweiten Stuhl
heran, legte ihre Beine auf die Sitzfläche, schob den linken Schuh
über die Ferse und stupste ihn hinunter. Dann zog sie sich auf die
gleiche Weise mit dem linken Fuß den rechten Schuh aus. Geschafft. Sie
atmete tief und genussvoll ein. Ihr ganzer Körper streckte und dehnte
sich der Sonne entgegen. Einige Minuten lang lag sie so völlig
entspannt auf ihrem Liegestuhleigenbau.
Plötzlich hatte sie das Gefühl, als ob sich irgend etwas in ihrem
Umfeld ändere. Es lag eine unbestimmte Spannung in der Luft. Sie
öffnete die Augen und sah in den Himmel. Durch die getönte
Sonnenbrille sah der Himmel noch blauer aus. Ihre Sinne richteten sich
auf jedes Geräusch. Das Brummen des Rasenmähers tönte nun entfernter
von der anderen Hausseite. Doch da war auch wieder das andere Geräusch,
das in den letzten Wochen schon häufiger zu hören war. Ein dumpfes,
knirschendes Getöne, als fahre im Fels unter ihr eine Untergrundbahn.
Wieder ein kleines Erdbeben. Der Gedanke sprang sie mit einem
Angstgefühl an.
Corinna nahm die Füße vom Stuhl, stellte die Rückenlehne senkrecht
und stellte sich. Sie nahm ihr Notebook vom Tisch und ging leicht
schwankend in die Mitte des Gartens. Dabei beobachtete sie ängstlich,
wie sich Haus und Erde bewegten. Das war die stärkste Erschütterung
gewesen, die Corinna bisher erlebt hatte. Das Brummen des Rasenmähers
hatte aufgehört. Herbert kam wie leicht betrunken auf Corinna zu. Er
war ganz bleich.
"Das hat ja ordentlich gerumpelt," sagte er leise.
"Hoffentlich ist die Gasleitung noch dicht!"
In den letzten Wochen hatte es bereits einige kleine Erdbeben
gegeben. Obwohl sie keinen großen Schaden angerichtet hatten, stürzten
sich die Medien auf jeden heruntergefallenen Dachziegel und auf jeden
Mauerriss. Täglich berichteten die Radio- und Fernsehsender vom
Rheingraben, der offensichtlich in Bewegung geraten zu sein schien. Eine
paar Seismologen seien ins Mittelrheingebiet gekommen, hörte man, und
hätten zwischen Neuwied und Koblenz ihre empfindlichen Geräte
aufgestellt. Man sah mal was in Fernsehen, hörte was im Radio und las
auch in ihrer Zeitung darüber. Die Angst ging um, dass durch die
Brennstäbe im Kernkraftwerk Mülheim/Kärlich bei einem größeren
Beben eine Katastrophe ausbrechen könnte.
Die Politiker wurden bestürmt, endlich die Wahrheit zu sagen, über
die Gefahr aufzuklären und wie sich die Menschen, die im Gefahrengebiet
wohnten, verhalten sollten. Eine der Redakteurinnen, die den
Kommunalpolitikern bereits seit Jahren, besonders aber seit dem ersten
kleinen Beben aufs Füßchen traten, war Corinna. Sie erinnerte sie an
Evakuierungspläne und alte Notstandsgesetze aus den Sechziger Jahren.
Seit Wochen stellte sie immer wieder die gleichen Fragen: Wann werden
die alten Pläne endlich wieder ausgegraben und aktualisiert? Wie wird
die Bevölkerung geschützt? Wohin können die Menschen gehen, wenn
wirklich etwas passieren sollte? Sollten sie Lebensmittelvorräte
anlegen, Keller präparieren, Batterieradios und Kerzen horten?
Täglich gab sie in ihrem Artikel Ratschläge für die Bevölkerung.
Doch ihr Wissen reichte ihr nicht. Corinna wollte besser informiert
sein, um besser informieren zu können. Deshalb hatte sie für Montag
ein Treffen mit dem Oberbürgermeister und dem Stadtrat ausgemacht. Sie
hoffte, dass wenigstens einer der Politiker verstand, was sie meinte.
Mit ihren Artikeln hatte sie sich von einigen Stellen lediglich Schelte
eingehandelt. Sie mache die Pferde scheu, hatte man ihr gesagt, ihr gehe
es doch nur um Panikmache und ihre Verkaufsquoten. Manch einer der
Verantwortlichen hatte sie gefragt, ob sie wohl Deutschlands Volkspresse
Konkurrenz machen wolle. Nur von den Lesern ihres Blattes bekam sie
vollste Zustimmung. Sie sprach deren Ängste und Gefühle aus, wurde zum
Sprachrohr für die hilflosen Normalbürger. Täglich erreichten
körbeweise Leserzuschriften die Redaktion und Corinna brauchte
Hilfskräfte zum Sichten der Briefe und Karten.
Herbert ging ins Haus, um nach der Gasleitung zu sehen. Corinna stand
immer noch wie angewurzelt. Sie hielt das Notebook auf dem Arm wie ein
Baby. Ihr Blick ging zum Himmel und sie wunderte sich, dass die Sonne
noch schien. Nur im Nordwesten stand eine dunkle Wolke beinahe senkrecht
am Himmel. Herbert kam wieder in den Garten.
"Alles in Ordnung," sagte er und sein Gesicht zeigte wieder
eine rosigere Farbe.
"Schau doch mal, da hinten," sagte Corinna und zeigte nach
Nordwesten, "komisch, oder? Das sieht aus, als ob es da brennen
würde. Ich dachte erst, das wäre eine Wolke. Aber jetzt steigt sie wie
dunkler Qualm immer höher. Ob es dort brennt? Was liegt denn da?"
"Keine Ahnung. Das kann alles sein. Sieht wirklich eigenartig
aus." Herbert strich sich mit dem rechten Daumen nachdenklich über
das unrasierte Kinn und beobachtete angestrengt den weiten Himmel.
"Ich werde mich mal bei der Redaktion erkundigen, ob die was
wissen. Das lässt mir jetzt keine Ruhe."
"Typisch meine geliebte Pressefrau. Du hast doch den richtigen
Beruf gewählt. Deine Neugier und dein gutes Näschen, wo was
Interessantes stattfindet, hat dich in deinem Beruf schon weit
gebracht."
Corinna reagierte darauf mit einem Lächeln und trug schnell ihr
Arbeitsgerät ins Haus. Sie ging zum Telefon. In dem Moment, als sie den
Hörer aufnehmen wollte, klingelte es.
"Frau Wolf, hier ist Alfons. Es wäre schön, wenn sie herkommen
könnten. Ich weiß, dass Samstag ist. Aber hier in der Redaktion ist
das Chaos ausgebrochen. Wir haben wegen des starken Bebens schon alle
Leute los geschickt. Die meisten sind im Urlaub und wir arbeiten nur mit
halber Besetzung. Bisher haben wir zwar noch immer gute Beiträge
hereinbekommen. Aber gerade vorhin hörten wir, dass um den Laacher See
der Teufel los ist. Jetzt haben wir niemanden mehr, den wir hinschicken
könnten. Wäre es möglich, dass Sie das ausnahmsweise übernehmen
könnten? Ich weiß selbstverständlich, dass das nicht Ihre eigentliche
Aufgabe ist."
"Als ob ich es geahnt hätte. Gerade wollte ich anrufen. Dann
kommt die riesige Rauchwolke also vom Laacher See? Ich dachte erst, da
sei durch das Erdbeben ein Großbrand entstanden."
"Nein, das ist kein Großbrand. Durch das Erdbeben soll sich ein
Spalt aufgetan haben. Daraus spuckt es. Es soll auch schwierig sein,
hinzukommen. Aber wir sollten es trotzdem probieren. Einige kleinere
Brücken in der Umgegend sind wohl durch das Beben beschädigt und
unbefahrbar geworden. Wie gut, dass Ferien sind. Sonst wären die
Straßen noch voller. Die werden verstopft genug sein, weil irgendwann
sicher die Menschen aus den umliegenden Ortschaften evakuiert werden. Na
ja, und weil sich niemand so gut mit den Politikern und so weiter
auskennt wie Sie, haben wir uns gedacht, Sie würden vielleicht.....Sie
könnten es schaffen, durchzukommen."
"Das haben Sie sich ja schön ausgedacht."
"Ich habe auch schon einen Fotografen für Sie. Zum Glück war
er zu Hause. Er ist einer unserer besten freiberuflichen Mitarbeiter. Es
kann sein, dass Sie ihn noch von früher kennen. Er freut sich, nach
längerer Zeit wieder einmal für uns arbeiten zu können. Also, kommen
Sie?"
"Da soll ich mich also noch mal in das Gewühle stürzen?
Eigentlich bin ich aus dem Alter heraus. So abenteuerlustig bin ich gar
nicht mehr. Aber gut, was soll's. Job ist Job. Ich bin schon
unterwegs."
Bevor sie jedoch in die Lokalredaktion los brauste, führte sie noch
von zu Hause aus ein längeres Telefonat.
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WEITER!
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© Koblenz 2000
bei den Autoren:
Eva Koloska (EK), Doris Meheust (DM), Brigitta
Firmenich (BF), Adelheid Schmidt (AS),
Martin Grasnickel (MG), Joachim
Alberti (JA), Elisabeth Büttner (EB), Hilde Engels (HE) |