Home
Jetzt bestellen bei
Amazon.de * libri * Buchhandel.de * booklooker
Alle Rechte vorbehalten © All rights reserved by Klaus-Dieter Regenbrecht 1998 - 20
11

 

Das gemeinsame Projekt
der Schreibwerkstatt "Kreatives Schreiben"
(VHS Koblenz, Sommer 2005),
Kursleitung und Internet-Realisation:
Klaus-Dieter Regenbrecht

Anthologie zum Schiller-Jahr, Beitrag von Heike Böhm

Fischerknabe singt im Kahn: Melodie des Kuhreihens

Es lächelt der See, er ladet zum Bade,
Der Knabe schlief ein am grünen Gestade,
Da hört er ein Klingen,
Wie Flöten so süß,
Wie Stimmen der Engel
Im Paradies.
Und wie er erwachet in seliger Lust,
Da spülen die Wasser ihm um die Brust,
Und es ruft aus den Tiefen:
Lieb Knabe, bist mein!
Ich locke den Schläfer,
Ich zieh ihn herein.

(Aus: Wilhelm Tell, Friedrich Schiller)

Der Kleinkriminelle Ricky hatte keinen Bock auf Arbeit, wozu arbeiten gehen, wenn man sein Geld vom Arbeitsamt bekommt. Eigentlich hätte er einen Termin beim Arbeitsamt und bei seinem Bewährungshelfer sollte er sich auch melden. 

Er wollte seine wieder gewonnene Freiheit genießen und ging zum See. Dort setzte er sich an einen Baum und zog tief den Rauch seines Joints ein. Kurz danach war er total benebelt und schlief dann ein.

Dann waren sie da, Engel und Teufel. Die beiden stritten sich. Der Engel flötete mit seiner hellen, süßen Stimme, Ricky zu, dass er natürlich zum Arbeitsamt und zum Bewährungshelfer gehen soll, der Teufel rief, dass das alles Blödsinn ist und dass er seine Freiheit genießen sollte.

Dann sagte der Teufel, dass Ricky ins Wasser gehen soll, dort wäre es schön und er sollte es genießen. Der Engel rief, nein, tu das nicht, du ertrinkst.

Ricky ging der Engel auf die Nerven, der Teufel sei sein Verbündeter, auf ihn wollte er hören.

Als er wach wurde, stand er bis zum Hals im Wasser und er ging einfach weiter.

Das letzte woran er dachte war: Teufel, ich bin gleich bei dir.

© Heike Böhm 2005