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Das gemeinsame Projekt
der Schreibwerkstatt "Kreatives Schreiben"
(VHS Koblenz, Sommer 2005), Kursleitung und Internet-Realisation:
Klaus-Dieter Regenbrecht
Anthologie zum
Schiller-Jahr,
Beitrag von Christa Born
Fischerknabe
Es lächelt der
See, er ladet zum Bade,
Der Knabe schlief ein am grünen Gestade,
Da hört er ein Klingen,
Wie Flöten so süß,
Wie Stimmen der Engel
Im Paradies.
Und wie er erwachet in seliger Lust,
Da spülen die Wasser ihm um die Brust,
Und es ruft aus den Tiefen:
Lieb Knabe, bist mein!
Ich locke den Schläfer,
Ich zieh ihn herein.
(Aus:
Wilhelm Tell, Friedrich Schiller)
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Der
azurblaue Himmel strahlt protzig sein Licht zur Erde nieder.
Ein
Junge sitzt am Ufer. Er schaut auf die niedrigen Schönwetterwölkchen und
hört das ihm entgegenkommende Rufen: "Komm, komm in mein Reich, da
wirst du wunderschöne Spiele sehen, da wird die Sonne niemals untergehen,
alle Träume werden in phantastische Märchen umgewandelt, singende Engel
erwarten dich, komm, komm nur!"
Der
Junge sitzt immer noch wie versteinert dort und weiß nicht, ob er ins
Wasser spazieren soll. Es ist so verlockend, er steht auf und bewegt sich
näher zum Wasser hin, seine Füße sind schon nass.
Da
hört er wieder das Rufen: „Komm, komm in mein Reich, da wirst du dich
wohlfühlen, da ist das blaue Meer mit grünen, saftigen Palmen, wo dich
die Wellen sanft wiegen werden, wo du ...“
Dann
kommt die rettende Stimme im Hintergrund: "Michael, bleib stehen, was
machst Du da?" Der Junge schaut sich um sieht seine Mutter und läuft
mit riesigen Sprüngen auf sie zu.
©
C. Born 2005
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