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Alle Rechte vorbehalten © All rights reserved by Klaus-Dieter Regenbrecht 1998 - 20
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Das gemeinsame Projekt
der Schreibwerkstatt "Kreatives Schreiben"
(VHS Koblenz, Sommer 2005),
Kursleitung und Internet-Realisation:
Klaus-Dieter Regenbrecht

Anthologie zum Schiller-Jahr, Beitrag von Christa Born

Fischerknabe

Es lächelt der See, er ladet zum Bade,
Der Knabe schlief ein am grünen Gestade,
Da hört er ein Klingen,
Wie Flöten so süß,
Wie Stimmen der Engel
Im Paradies.
Und wie er erwachet in seliger Lust,
Da spülen die Wasser ihm um die Brust,
Und es ruft aus den Tiefen:
Lieb Knabe, bist mein!
Ich locke den Schläfer,
Ich zieh ihn herein.

(Aus: Wilhelm Tell, Friedrich Schiller)

Der azurblaue Himmel strahlt protzig sein Licht zur Erde nieder.

Ein Junge sitzt am Ufer. Er schaut auf die niedrigen Schönwetterwölkchen und hört das ihm entgegenkommende Rufen: "Komm, komm in mein Reich, da wirst du wunderschöne Spiele sehen, da wird die Sonne niemals untergehen, alle Träume werden in phantastische Märchen umgewandelt, singende Engel erwarten dich, komm, komm nur!"

Der Junge sitzt immer noch wie versteinert dort und weiß nicht, ob er ins Wasser spazieren soll. Es ist so verlockend, er steht auf und bewegt sich näher zum Wasser hin, seine Füße sind schon nass.

Da hört er wieder das Rufen: „Komm, komm in mein Reich, da wirst du dich wohlfühlen, da ist das blaue Meer mit grünen, saftigen Palmen, wo dich die Wellen sanft wiegen werden, wo du ...“

Dann kommt die rettende Stimme im Hintergrund: "Michael, bleib stehen, was machst Du da?" Der Junge schaut sich um sieht seine Mutter und läuft mit riesigen Sprüngen auf sie zu.

© C. Born 2005