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Um es
vorwegzusagen, ich gelangte zufällig in das Haus, die Türe war nur
angelehnt. Ich sollte für
Mrs. Taylor die Sonntagszeitungen verteilen. Sie war die Freundin meiner
Mutter, deren Anwesenheit mich immer öfter unruhig werden ließ und eine
eigentümliche Erregung in mir hervorrief. Samstag bat sie mich, ihr den
Gefallen zu tun, sie sei plötzlich erkrankt.
Ihre
Stimme klang merkwürdig sanft und dunkel. Oder bildete ich es mir nur ein
?
Es machte
Spaß, einmal so früh aufzustehen. Schließlich besserte es mein
Taschengeld auf.
Ich ging
in der Dämmerung durch die Straßen unseres Viertels. Die Räder des
Trolleys rollten leise .An
der Eckkneipe hätte ich gerne scheppernd die Bierdose weggekickt. Es war
einfach zu früh für solche Späße. Die sonntägliche Ruhe dehnte sich
über die Hausreihen und Vorgärten wie die graue Katze auf der
Fensterbank.
Aber ich
wollte ihnen doch die Geschichte erzählen
.Ich
brauchte nur die abgezählten Zeitungen vor die Haustüren zu legen, nicht
klingeln und auf keinen Fall mit den Briefschlitzen klappern .Jetzt wurde
ich also neugierig, vergaß meine Aufgabe und betrat das Haus. Ich schaute
nach oben in das vom schwachen Morgenlicht erhellte Treppenhaus. Eine
kleine weiße Feder taumelte über das Geländer. Sofort spürte ich, dass
jemand stehen geblieben war
und sich ruhig verhielt. Was sollte das bedeuten? Was ging es mich an? Längst
hatte ich das Papierbündel abgelegt und schlich mich langsam die
Treppenstufen hinauf, eng an der Wand entlang.
Jemand
hatte Mrs. Taylor erwartet und war vor mir geflohen schoss es mir durch
den Kopf. Ich fühlte mich von etwas unsichtbarem beobachtet, das mich lähmte,
weiterzugehen. Mit einem Mal wurden mir die Augen von Mrs. Taylor bewusst,
wunderschöne Augen, die mich manchmal forschend anschauten. Ich ahnte,
dass da Sinnliches in mir
vorging und ich hasste diesen unbekannten Fremden, der mir etwas
voraushatte.
© Hilde
Engels
2003
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