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Anmerkungen zu „Milchgeld“ von Klüpfel/Kobr.
Ich habe ein Exemplar der 3. Auflage von 2005

Im Wohnzimmer des Mordopfers findet Kommissar Kluftinger Fotoalben, nach Jahren geordnet.
„Es waren fünf Bücher. Die Jahre ’70 bis ’86 fehlten.“ (S. 91)
„Er ordnete sie nach den Jahreszahlen und ließ für die zehn fehlenden Jahre einen Platz frei.“ (S. 92)
„Die folgenden dreizehn Jahre fehlten.“ (S. 93)

Es handelt sich immer um das gleiche Fotoalbum und siebzehn Jahre!


„Der Regenbogen erstreckte sich wohl von der Zugspitze bis in Höhe des Daumens, sinnierte Kluftinger. Wie gern wäre er jetzt dort gewesen ...“
Wo? Auf dem Regenbogen, der Zugspitze, der Höhe des Daumens? Nein, natürlich „Vor seinem geistigen Auge sah er sich auf dem Gipfel stehen, seine Nase in die frische Bergluft halten, sah, wie ihm die Wanderer vom Gipfel aus zuwinkten.“ (S. 73/74)
Kluftinger steht also auf dem Gipfel (Zugspitze) und sieht die Wanderer, die ihm vom Gipfel aus zuwinken?


Die Beerdigung des Mordopfers. Frau Sieber, seine frühere Putzfrau, sieht sowohl den Kommissar als auch einen ihr unbekannten Mann, mit dem das Opfer nur wenige Tage zuvor einen lauten Streit in der Wohnung hatte, den sie zufällig mitbekommen hatte. Die Passage wird aus ihrer Sicht geschildert. Sie will sich dem Kommissar mitteilen.

„Sie hob ihre Hand, an der ihre Tasche baumelte, etwa bis zur Hüfte, hielt sie ganz nah am Körper ...“ (S. 76) die Hand, die Tasche, die Hüfte, baumelte die Tasche bis zur Hüfte? „... – und winkte.“

Anschluss mit Wechsel auf Sicht „Kluftinger musste die Augen etwas zusammenpressen, um den Ursprung der Bewegung zu identifizieren.“

Geht es noch geschwollener? Hat er Muskelgruppen identifiziert?
Warten wir’s ab.

„Er erkannte die Frau, von der das Winken ausging. (...) stand am Grab ihres Exchefs und winkte. Es war ein bizarres Bild, die zierliche Frau mit ihrem kleinen Hütchen, dem dunklen Mantel und dem ekstatischen Winken. (...) Jetzt erst merkte er es: Sie winkte ihm! (...) um sicherzugehen, dass noch niemand ihr Winken bemerkt hatte.“

Da winkt jemand ekstatisch auf einer Beerdigung und niemand bemerkt es? Auf der nächsten Seite geht es weiter.

„Sie winkte immer noch.(...) Kluftinger nutzte diesen Moment, um seine Hand ganz leicht nach oben zu kippen und drei-, viermal mit ihr hektisch hin und her zu wischen. Mit diesem angedeuteten Zurückwinken (...) hatte Sieber zwar zu winken aufgehört, schaukelte nun aber nicht minder auffällig mit ihrem Kopf hin und her.“ (S. 77)

Ekstatisch, hektisch, auffällig und angedeutet? Es geht weiter.

„Konnte diese Person nicht einfach aufhören, ihm irgendwelche Zeichen zu geben?“ (S. 77)

Wohl nicht:
Jetzt wurde es ihm aber zu bunt. (...) Wie aufs Stichwort fing ihr Kopf wieder an zu wackeln. Unter anderen Umständen hätte Kluftinger bestimmt lachen müssen, so komisch sahen die Bewegungen der Haushälterin aus: Sie schob ihren Unterkiefer vor und beschrieb damit von unten nach oben einen Halbkreis, der am Schluss in einem kantigen, nach rechts oben gerichteten Zucken kulminierte. Dabei riss sie, je länger die Bewegung dauerte, immer weiter die Augen auf, so dass sie ihr fast aus dem Gesicht zu quellen schienen.“ (S. 77)

Versuchen Sie nicht, das Zuhause nachzumachen. Aber jetzt kommt es:
Fast schien es, als wolle sie ihm irgendein Zeichen geben. War es das? Wollte sie ihm etwas zeigen?“ (S. 77)

Wie kommt er bloß darauf? Vorher hat er doch schon gewünscht, sie möge „aufhören, ihm irgendwelche Zeichen zu geben.“

„Der Kommissar blickte sich in beide Richtungen um“ (...)
Welche beiden?
– „aber er konnte nichts Verdächtiges erkennen. Jetzt wurde es ihm zu bunt.“ (S. 77/78)
Die Zitate stehen genau in dieser Reihenfolge im Text. Das Ganze auf anderthalb Seiten. Bunte Beerdigung, kann man da nur sagen.


„Er hatte gerade einen wichtigen Gedanken gehabt.“ (S. 89)
Schön für ihn.

„Aber was? Noch fühlte er ihn nur, hatte ihn noch nicht wirklich gedacht.“
Schade, ich dachte schon ...

„Er tat alles, um ihn festzuhalten.“
Also doch?

„Machte seinen Kopf ganz leer von allen anderen Gedanken.“
Noch mehr Gedanken?

„Er wagte nicht, sich zu bewegen, wollte genauso bleiben, wie er war, als er den Gedanken zuerst gespürt hatte.“
Gehabt, gefühlt, gedacht, geleert, gespürt?

„Und dann hatte er ihn.“
Gott sei es gedankt! Die Passage ist ungekürzt zitiert! Sechs Zeilen.


Ein paar Beispiele aus den Seiten 73 bis 93; die Liste ließe sich fast beliebig verlängern. Ein weiteres prominentes Beispiel: Stieg Larsson.

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© 2010 by Klaus-Dieter Regenbrecht