kloyde bringt froyde

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Alle Rechte vorbehalten © All rights reserved by Klaus-Dieter Regenbrecht 1998 - 20
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"... das Buch enthält flott geschriebene Storys aus den siebziger und achtziger Jahren, die an Henry Miller, Bukowski oder Rolf Dieter Brinkmann erinnern." (Kultur Info Koblenz 5/6 1989)

Tabu Litu Buch 4: stories
(Erzählungen aus den Jahren 1975 - 1989) ISBN: 3-925805-04-4, 176 Seiten; 9,45 Euro

"Regenbrecht ist wie ein superrealistischer Filmer, der mit der Kamera hautnah über das Objekt streicht: bei ihm gibt es keine Distanz, Körperlichkeit ist oft vorherrschend. Gott sei Dank bleibt da kein Platz für Gesäusel." (ZAP Hannover 1989)

"... wie mit einem literarischen Brecheisen wütet der Jungautor unter fremden Schädeldecken. Da ist Talent und ein Stück Arbeitstwut als Unterbau ebenso zu beachten wie die Beschäftigung mit Philosophie als geistigem Überbau." (Rhein-Zeitung 18./19.12.1989)

Leseproben

aus "Schwarzer":

Hunde kann ich nicht mehr leiden, Frauen sind mir gleichgültig, meine Arbeit interessiert mich nicht und die Polizei verachte ich. Mir ist nichts geblieben.

Natürlich tue ich immer noch meine Arbeit und ich esse, schlafe, trinke, sehe viel fern. Aber ich kann nicht mehr denken, mich nur noch erinnern, ohne jedoch das, was in der Erinnerung aufsteht, zu verstehen. Ich bin nicht verzweifelt, Verzweiflung und Bitterkeit liegen längst hinter mir. Es findet sich kein Wort dafür, denn jedes Wort, das ich finden könnte, hat eine Bedeutung, einen Sinn, aber das unbeschreiblich Bedeutungslose ist so umfassend und dicht; vielleicht ist es das, was man mit der Umschreibung Tod zu bezeichnen versucht. Aber lassen Sie mich von vorne anfangen.

car aus "Bekenntnisse eines Geisterfahrers":

Wenn ich mich heute dazu entschließe, meine Verfehlungen am Straßenverkehr zu bekennen, die man gemeinhin mit dem Begriff des Geister- oder Falschfahrens belegt, spreche ich als Bekehrter. Ich bin kein Geisterfahrer mehr, ich war Geisterfahrer. Ich war im Verkehr vom Geist durchtränkt, war selbst ein Geist, unfaßbar und unbegreiflich für die anderen Verkehrsteilnehmer und doch mehr als nur ein Geist, denn ich war und bin körperlich, so vollkommen irdisch.

Allerdings will ich gestehen, daß es mir schwerfällt, meine Vergehen vorbehaltlos zu verdammen. Denn nur durch meine Schwachheit und die Kraft der Sünde bin ich ein geläuterter Mensch geworden, der seine Verirrungen einsehen und den Mut fassen kann, zu bekennen.

female bodyaus "Der unglaubliche Aufstieg der Limone Pece-Peiniger zur Zitrone Weze-Reinigerin":

(Der etwas andere Heimatgroschenroman)
High- und zerrmatt wollen wir frönen fedelio d'armore mit meinem Marterhorn (mirror is human).

Dinstack im Schwuli. Släuten am Blablablabend: Nock, nock, Bambino at the dorr. Limone Pece-Peiniger recht freundlich im Entree:

"Hallihallo, der kleine Moteck aus der Nachtbrashütte. Schon wieder Zorres, du Juniormacker?"

"I wo was, wo denxt hin!"

Er, ungerade elf, mithin gerade zehn, knallt ihr Palast/Tick/Titte vor (Läi)dis Schlappen:

"Voila, kannst des fir mi sterfecken? Ne gekleute Affodil. Meine Alte hat börsday on sirsday."

Limone nimmt die Titte und lurt noy:

"Scharf, dat isne echte Affodil, ein nicht domestiziertes Frauendessous", dessouziert sie, "Fundort?"

"Ai, ai, Donna, im Zwergwald hinnerm Babyssos fand ich des Druiden Dropout."

"Echt affengeil", lallt Limone lüstern, "da wird deine alte Tussi voll drauf abfahren."

knight

aus "TOP-SECRET: Phil O'Cognish rettet die Welt":

Phil O'Cognish war Humangenetiker. Nicht nur das. Er war Philosoph, Chemiker und Physiker, Geoökologe und Computerfachmann. Ein brillanter Microbiologe und gleichzeitig einer der erfahrensten Weltraumexperten, der alle umliegenden Planeten bereits zu Forschungszwecken besucht hatte. Seine Ausbildung hatte er an den besten Universitäten der Erde erhalten. Fast drei Jahrzehnte hatte der Student in Peking, Paris, Oxford und Harvard gelebt.

Schließlich war er hier in Berkeley, California, gelandet und seßhaft geworden. Phil O'Cognish war der Wissenschaftler der Zukunft und ein Wissenschaftler von mittelalterlicher Universalität.

Natürlich wußte nicht alle Welt um seine Brillanz und Genialität. Nur die wirklich Wichtigen und Kompetenten und Potentaten der "res mundi" kannten seine Kapazität. Phil O'Cognish war ein äußerst erfolgreicher und wohlhabender Mensch. Besaß ein herrschaftliches Haus in einem herrlichen Park. Eine Motorjacht und ein Ocean-Liner ankerten am Cognishen Ufer, und das Personal kümmerte sich ebenso gewissenhaft um seine Luftflotte auf dem Anger hinter den Tennisplätzen und dem weitläufigen Golfplatz.

Er war glücklich und bescheiden, sah seine Kinder heranwachsen und hatte ein wenig Angst vor den Feierlichkeiten, die seinen fünfzigsten Geburtstag begleiten würden.(...)indian

Phil O'Cognish war an seinem fünfzigsten Geburtstag Alkoholiker, geschieden, gehaßt und verachtet. Die Party war eine einzige Peinlichkeit, die mit einem ungeheuerlichen Skandal endete. Dem Rausschmiß O'Cognishs aus Gesell- und Wissenschaft. Verbannung, Exil.

Er hatte in volltrunkenem Zustand alle fünfzig Kerzen mit einem Strahl ausgepisst, genau in die Null der Fünfzig der gigantischen Geburtstagtorte geschissen. Versucht, den High-Society-Ladies ins Dekolletee zu onanieren. Was ihm nur bei einer gelang.

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