|
Was das
Leben mit Menschen tut
Der
Koblenzer Autor Klaus-Dieter Regenbrecht stellt
sein gerade erschienenes Buch vor: "Das Camp -
acht neue Erzählungen"
Klaus-Dieter
Regenbrecht zählt zu den profilierteren Schriftstellern der Region. Jetzt
hat er ein neues Buch veröffentlicht: In "Das Camp" sind neue
Erzählungen des Koblenzers versammelt. Acht Geschichten aus dem Leben und
der Seele der Protagonisten.
KOBLENZ. "Big
Brother" mit Schriftstellern: Statt lustiger Spielchen
("Matches") wird gedichtet und geschrieben. In abendlichen
Runden wird diskutiert. Prosa und Poesie statt Proll und Party. Klaus-Dieter
Regenbrecht entwirft diese Vision in seiner Kurzgeschichte "Das
Camp".
Und diese Story gibt dem
neuen Band des Koblenzer Schriftstellers ihren Titel. Gerade ist "Das
Camp" als Taschenbuch in Regenbrechts eigenem Verlag "Tabu Litu"
erschienen. Acht neue Erzählungen sind darin versammelt, unterschiedliche
Geschichten über ganz unterschiedliche Menschen und ihr Leben.
"Tabu Litu" wird
gerade 20 Jahre alt, seit 1984 verlegt Regenbrecht seine Werke, aber auch
die Bücher anderer Autoren selbst. Im Zentrum seines Schaffens steht das
Projekt "Tabu Litu", ein neunbändiges Großwerk. Nun zeigt er
sich also von einer anderen Seite: als Architekt kurzer Storybauwerke.
"Das Camp":
Regenbrecht schreibt hier aus der Ich-Perspektive
eines Schriftstellers - mindestens
autobiografische Skizzen mögen also vorhanden sein. Er demonstriert in
dieser und in anderen Geschichten, wie er Stilvielfalt produziert,
produzieren kann, wie er Perspektiven tauscht, literarische Mittel mixt.
Das sorgt für Abwechslung und auch Unterhaltung. Nach und nach spielen
sich in dem Schriftsteller-Container auch
menschliche Schicksale ab, fast so wie im Privatfernsehen. Es bildet sich
ein Pärchen, es entsteht Streit, der Protagonist allerdings schäumt über
vor Ideen, leidet jedoch an einer Schreibblockade. Das wahre Leben?
Reality? Wohl kaum. Schließlich ist und bleibt Regenbrecht weiter
produktiv, wovon auch dieses Bändchen Auskunft gibt.
Da gibt es beispielsweise
die erste Geschichte, "Artist an Wodka auf Installation". Bei
der Finissage in einem abgelegenen Künstlerhaus kommt es zu
alkoholdurchtränkten Verwicklungen. Eingeweihte erkennen vielleicht -
was die Kulisse dieser Geschichte angeht -
Parallelen zur regionalen Wirklichkeit, wie Regenbrecht überhaupt immer
mal wieder Versatzstücke, vage Charakterisierungen von lebenden Personen
in seine Fiktion montiert. Die Künstler-Geschichte
nimmt eine überraschende Wendung, das Leben der weiblichen Hauptperson
nimmt die eine oder andere Kehre. Dieses Motiv findet sich häufiger in
den neuen Regenbrecht-Geschichten. Was richtet Veränderung,
was richtet das Schicksal mit den Menschen an? Wie gehen sie damit um? Was
schaffen sie Neues, wenn das Alte nicht mehr trägt, nicht mehr wirkt?
Regenbrecht schreibt in
klaren Sätzen, taucht hinab in die Wirklichkeit des 21. Jahrhunderts,
schildert etwa die junge Liebe einer schon älteren Frau. In einer Story
entwirft er sogar eine Science-Fiction-Wirklichkeit.
Schließlich bleibt eines im Gedächtnis haften: Es ist die Liebe, die
seine Figuren handeln und leben lässt. Tim Kosmetschke, Rhein-Zeitung
Koblenz 14.10.2004
Wenn
Sie das Buch bei Amazon.de
bestellen möchten.
|