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Klaus-Dieter Regenbrecht


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„Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang“

„Das Camp“ – acht neue Erzählungen von Klaus-Dieter Regenbrecht

Es gibt Autoren, die man den prinzipiell geneigten Leserinnen und Lesern quasi ans Herz zwingen möchte, mit einem „Achtung!“ belegen, mit Ausrufezeichen pflastern.

Ich bitte vorab um Verzeihung, denn ich schreibe jetzt seit weit über einem Jahrzehnt Rezensionen zum Werk des Klaus-Dieter Regenbrecht, wenn auch nicht hier, daher mag ich ein paar Dinge voraussetzen, die eben hier nicht gegeben sind.

Dennoch: geschätzte Leserinnen und Leser: es gibt da ein Buch, das Sie lesen sollten. Es heißt „Das Camp“, enthält, wie der Untertitel verrät, acht Geschichten, aber, hier darf ich ansetzen, was für welche! Der Autor, Klaus-Dieter Regenbrecht, wurde 1950 in Bassum geboren, beide Eltern waren gerade auf der Flucht, aufgewachsen jedenfalls ist er in Koblenz.

Er hat es geschafft, in seinem eigens gegründeten Verlag ein literarisches Mammutprojekt auf die Beine zu bringen, „TabuLitu – ein documentum fragmentum in 9 Büchern“, darin vier extrem lesenswerte Romane, Kurzprosa und Gedichte, das ist, das war, Geschichte, und eigentlich hatte er geplant, sein Werk damit abzuschließen, das Durchhaltevermögen allein hätte Nachruhm genug in petto.

Aber, wie beruhigend, das wirkliche Leben sorgt für Fortgang, es gab neue Ideen, neue Herausforderungen für Regenbrecht, kurz, es ging weiter.

Zuerst kam da der Krimi „Continuity – Hitchcocks, Pocahontas“, der uns ins Milieu der Film- und Fernsehproduktionen führte, und mitten hinein in eine Mordgeschichte, die Kreise zieht und filigran gebaut Erwartungen umschifft und daher erst recht befriedigt, und jetzt also „Das Camp“.

Acht Erzählungen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Thematisch reichen sie von Science-Fiction bis Volleyball, von Liebe bis Tod, von Unbewusstem bis Ungeahntem.

„Big Brother“ kennt jeder, was aber, wenn eine Anzahl Schriftsteller zur Erlangung eines Verlagsvertrages eingesperrt würde... Oder, wenn ein bekannter Promikoch plötzlich mit Kokainorgien konfrontiert wird. Oder wenn eine Finissage ebenso plötzlich blutig endet. Oder, oder, oder.

Klaus-Dieter Regenbrecht bietet uns mindestens acht Interpretationsweisen für das, was wir Wirklichkeit nennen, für Nachrichten und ihre Folgen, selbst für das, an das wir nicht einmal zu denken wagen.

Es ist ein zwölftes Buch, zu dessen Entdeckung ich hier aufrufe, kein Erstling. Aber, bitte, dieser Zwölftling ist in sich so überzeugend, ein solch rundes und zugleich disparates Werk, dass allein die Widersprüche neugierig machen sollten. Ich predige wie erwähnt schon eine Weile Regenbrecht, was mich seit 1985 fesselt, am Lesen hält, lässt sich nur durch Lektüre überprüfen.

Für mich ist „Das Camp“ der beste, der spannendste Regenbrecht bisher, ein Buch, um das man nicht herum kommt, und vielleicht verführt es zur Lektüre der übrigen; hier ist eine ganze Welt zu entdecken.

Thomas Krämer

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