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Tatortschreiber
jagt den Münchener Maskenmörder
Klaus-Dieter
Regenbrechts neuer Krimi im TV-Milieu angesiedelt - Literarisch
beziehungsreich und voller Spannung
Der Tod - wie kann es
anders sein in einem Krimi - geht um, diesmal in Münchener
TV-Produktions-Studios. In immer neuen Masken greift sich der Mörder
seine Opfer in der angestrengt um Glamour bemühten Soap-Szenerie.
Dran glauben soll auch das "Continuity-Girl". Dessen
undankbare Aufgabe: Es hat dafür zu sorgen, dass beim Drehen und
bei der Montage vorne und hinten alles stimmt, dass der Triebtäter
nicht in Stiefeln kommt und in Schnürschuhen entfleucht.
Geht das Morden
weiter, droht der Serie ein Produktionsstopp. Das ist die große
Stunde von Karl Schmidt, dem Drehbuchautor. Er ermittelt auf eigene
Faust und stößt auf Hintergründiges, das den kühnsten
Serien-Plot mühelos in den Schatten stellt.
Zum abgründigen
Showdown der Maskerade kommt es schließlich in der Gipfelwelt der
Alpen. Karl Schmidt kann jetzt nicht nur einen "Tatort"
schreiben, er hat einen filmreifen erlebt.
Klaus-Dieter
Regenbrecht, der Koblenzer Autor mit dem Faible für literarische
Exkurse, hat diese Kriminalerzählung geschrieben und fleißig an
den Schauplätzen in bayerischen Gefilden recherchiert, sich
umgeschaut im Münchener und Starnberger Umfeld, das TV-Milieu
erkundet. Das verhilft der Erzählung zu jener Authentizität, wie
sie ein "Continuity-Girl" zu beschaffen hat.
Regenbrecht-eigentümlich sind wieder einmal die zahlreichen
Anspielungen, Verweise auf Vor-Bilder in der Welt des Kinos und der
Literatur. Sogar Shakespeare wird aus dem englischen Original
zitiert. Bei Insidern, Arno-Schmidt-Freunden zumal (Pocahontas !),
sorgen solche Exkursionen für freudige Ahaerlebnisse; nicht
Eingeweihte werden sie überlesen, denn das multiperspektivische Erzählen
legt ein Tempo vor, das einen durchziehen lässt - bis zum überraschenden
Finale der vielschichtigen Story.
Ernst-Peter Strauch,
Rhein-Zeitung Koblenz, 15.1.2003
(Buchbesprechung "Continuity - Hitchcocks, Pocahontas")
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