Das Jahr 1802 wird
traditionell als das Geburtsjahr der Rheinromantik angesehen, wobei durchaus
verschiedene geistige Väter genannt werden: So sollen Achim von Arnim und
Clemens Brentano (mit seinem Gedicht "Zu Bacharach am Rheine") in Rüdesheim 1802
vom Rhein und seiner Landschaft geschwärmt haben. (Wären dann die Loreley oder
Bettina von Arnim, geb. Brentano, als geistige Mütter anzusehen?) Anderswo heißt
es, dass sich vor allem englische Touristen als Pioniere hervortaten, unter
ihnen Maler wie William Turner und Dichter, die der romantischen Landschaft des
Rheintales in Wort und Bild huldigten. Natürlich war auch der junge Goethe schon
Ende des 18. Jahrhunderts hier gewesen.
Als entscheidender geistiger
Urheber und Wegbereiter der deutschen literarischen Rheinromantik dürfte
allerdings Friedrich Schlegel anzusehen sein, der auf einer Parisreise 1802 die
Rheinlandschaft als eine wilde, unberührte und schöne Gegend entdeckte.
"Wovon ich erzählen
will: Unsere fröhliche Dampferfahrt auf dem Rhein, mit der „Goethe" nach
Rüdesheim und zurück. Als wir uns in die Arme fielen, und mir klar wurde
..." mehr
Regenbrecht, KD im Januar
2005
Fünf sehr verschiedene
Lektüretipps: (Die Links führen Sie zu
Amazon)
Der Roman über das
romantische Rheintal von heute. Es geht um die Loreley und die Liebe, um das
Rheingold und die Macht der Nazis und der Nibelungen, um Verbrechen und
Verschwörung. Ein spannender Roman: Was hat es mit den Rheinland-Papieren auf
sich?
Die poetische Geschichte dieses
Stroms spiegelt sich in der Topographie. Und so eignet sich dieses Buch für alle
Rhein-Reisenden zu Wasser oder zu Lande, die sich von Mainz aus Richtung
Niederrhein auf eine kulturelle und literarische Spurensuche
begeben.
... hat den Rhein von den Quellen bis
zur Mündung erwandert und den faszinierenden Lebenslauf dieses europäischen
Stromes nachgezeichnet, von den mythologischen Anfängen bis zur
Industrialisierung einst romantischer Ufer. Das Buch ist zugleich eine
engagierte Bestandsaufnahme der Verluste, aber auch der Versuche, eine
europäische Kulturlandschaft zu retten.
Ob Strandbad, Arbeitsort oder
Hinrichtungsstätte, ob Schauplatz von Legenden und Bräuchen oder Reiseweg - quer
durch die Geschichte prägte der Rhein das Leben der Frauen an seinen Ufern. Er
ernährte sie, ermöglichte ihnen Mobilität, brachte Glück und konnte aber auch
eine Bedrohung sein.
Werke von folgenden Autorinnen und
Autoren, die im weitesten Sinne mit der Rheinromantik in Verbindung stehen,
können Sie bei dem Gutenberg-Projekt nachlesen: http://gutenberg.spiegel.de/ - suchen
Sie dort einfach den Namen im Verzeichnis: Arnim, Achim von * Arnim, Bettine
von * Brentano, Clemens * Freiligrath, Ferdinand * Goethe, Johann Wolfgang *
Günderode, Karoline von * Heine, Heinrich * Hölderlin, Friedrich * Schlegel,
Friedrich * Wagner, Richard (Rheingold komplett gibt es da!) Robert Schumann
hat im übrigen auch eine "Rheinische" geschrieben.
Anmerkung: Die Werke dieser
AutorInnen sind "gemeinfrei", da die Verfasser vor über 70 Jahren verstorben
sind. Zum Thema Verwertungsrechte und "Goethegroschen" siehe auch: http://kloy.de/service/goethegroschen.htm
Weitere Namen: Apollinaire, Guillaume *
Becker, Jürgen * Böll, Heinrich * Fried, Erich * Görres, Joseph * Hugo, Victor *
Kästner, Erich * Köppen, Wolfgang * Lord Byron * Mann, Thomas (Felix Krull) *
Seghers, Anna * Shelley, Mary * Silcher, Friedrich * Thoreau, Henry David *
Tucholsky, Kurt * Valentin, Karl * Wellershoff, Dieter
Die
Rhein-Zeitung (Koblenz) hat die Rhein-Romantik zum Ganzjahresthema gemacht und
bereits eine sehr brauchbare Serie dazu veröffentlicht. Diese und viele Links zu
Museen und Veranstaltungen gibt es hier: http://rhein-zeitung.de/magazin/rhein_romantik/