Pressemitteilung November 2010:
Ein Vierteljahrhundert und keine halben Sachen:
Volles
Engagement für die Literatur seit 25 Jahren im Tabu Litu Verlag
Koblenz.
„Je stärker in den vergangenen Jahren die Fixierung der großen Verlage auf
Rendite, je weniger Geduld mit den Autoren und Sorgfalt mit ihren Büchern, um so glücklicher
bin ich mit meinem Tabu Litu-Konzept“, so Klaus-Dieter Regenbrecht zum Jubiläum
am 1. Dezember.
1985 begann
es mit handgemachten, schreibmaschinengesetzten Büchern und führte über den
PC, die immer professioneller werdende Textverarbeitung, den eigenen
Internetauftritt (seit 1998 http://www.kloy.de) schließlich zur digitalen
Fertigung von Büchern: book on demand. Bücher, die erst dann und in der Menge
produziert werden, wie die Bestellungen eingehen. Das bringt gerade kleinen
Verlagen einen enormen Vorteil in Kalkulation und Lagerung. Technische
Entwicklung richtig verstanden und genutzt, kann auch größere künstlerische
Freiheit bedeuten.
Ursprünglich
sollte der Verlag nur das literarische Großunternehmen „Tabu Litu – ein
documentum fragmentum in neun Büchern“ von KD Regenbrecht in geplanten fünf
Jahren herausbringen. Kaum waren die ersten Exemplare 1985 fertig, änderte sich
fast alles. Das Konzept wurde komplett umgekrempelt und konnte erst 1999 mit dem
Roman „Die Rheinland-Papiere oder Die Tricks der Bücher“ beendet werden.
Eigentlich sollte damit auch das Projekt Eigenverlag für den Tabu-Litu-Mann
zuende gehen. Es kam aber wieder einmal anders. 2003 erschien als erstes digital
produziertes Buch der Krimi „Continuity – Hitchcocks, Pocahontas“. Den
Titel darf man ruhig wörtlich nehmen und als Versprechen, kontinuierlich
weiterzuarbeiten. Es folgten nämlich weitere Erzählungen und Romane, zuletzt
im Oktober 2010 „AmoRLauf – ein Bildunsgroman“, der sicher einer der
unterhaltsamsten Romane des Koblenzer Autors ist und deshalb auch von den
Verkaufszahlen her einiges verspricht.
„Auf
diese Entwicklung bin ich stolz“, resümiert Regenbrecht, „diese Ausdauer
und Beharrlichkeit hätte kein anderer Verlag je aufgebracht. Und meine Bücher
haben mich herumgebracht.“
Besprechungen
nicht nur in regionalen Zeitungen, auch in Stadtmagazinen wie Zitty, Berlin,
Ausstellungen in Buchhandlungen und Büchereien von Herford nach Deggendorf,
Lesungen im gesamten Bundesgebiet, Auftritte bei internationalen
Literatur-Kongressen, Rundfunk und Fernsehen: Die gesamte Palette, wenn auch in
bescheidenem Rahmen.
Als nächstes
Projekt soll der Roman über das romantische Rheinland heute, „Die
Rheinland-Papiere“, zur BUGA in Koblenz neu aufgelegt werden.
September 2010:
AmoRLauf –
Ein Bildungsroman
ISBN 978-3-925805-77-6, 220 Seiten, 24,90 Euro (Hardcover mit Schutzumschlag)
Michelle Foller,
Anfang Vierzig, unterrichtet Französisch und Physik an einem Leipziger
Gymnasium. Sie ist gebürtige Französin, hat zwei Kinder, und die Ehe mit ihrem
Mann steckt in der Krise. Da lernt sie den neuen Kollegen Eberhard Raitts
kennen. Ihn umgibt eine Aura des Geheimnisvollen und sie verliebt sich in ihn.
Damit wird sie in eine Kettenreaktion hineingezogen, die sich immer schneller
und chaotischer entwickelt. Männer verschwinden, Pornobilder und Erpressermails
tauchen auf. Und was ist mit dem fragmentarischen Manuskript? Enthält es die
Androhung eines Amoklaufes? Michelle will die Wahrheit herausfinden und macht
sich auf eine bis zum überraschenden Ende spannende Suche.
Der
Roman präsentiert aktuelle Themen aus Schule und Bildung auf eine sehr
unterhaltsame und anschauliche Art und Weise. Auch die deutsche Geschichte mit
der RAF-Vergangenheit und Wiedervereinigung wird im zweiten Teil des
dreiteiligen Werkes, in einem Science Fiction Manuskript, höchst überraschend
umgedeutet. Diesen Roman, das fünfzehnte Buch im fünfundzwanzigsten Jahr des
Tabu Litu Verlages, wird man nicht mehr aus der Hand legen wollen, bevor nicht
die letzte Seite gelesen ist.
Hier
die Links zum Umschlag und
zum Workshop mit Leseproben.
Die ungebrochene
Relevanz verschiedener Seiten von kloy.de zeigt sich z.B. bei
google:
Meine Seite zu "postmoderner
Roman" ist immer unter den Top 5 von mehreren 100.000.
Die Rheinromantik
erfreut sich erneut eines steigenden Interesses und damit auch der Roman
"Die Rheinland-Papiere".
Ein Klassiker
seit jeher: Karriereplanung für Schriftstellerinnen und Autoren.
Seit Anfang
2010 ist der Tabu Litu Verlag dem Informationsverbund Buchhandel, (IBU)
angeschlossen. Bestellungen über den Buchhandel können nun noch
problemloser und schneller erledigt werden. Der Verlag wird auch mit den letzten
vier Neuerscheinungen auf der Leipziger Buchmesse (18. - 21. März 2010) vertreten sein
(Halle 4: B300).
Jetzt lieferbar:
Klaus-Dieter Regenbrecht
Transit Wirklichkeit, Roman 296 Seiten, 29,90 E
ISBN 978-3-925805-55-4 (gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag)
Die beiden
weiblichen Hauptpersonen sind Helga und Gudrun. Sie leben zusammen in
West-Berlin; die eine ist Taxifahrerin und die andere, Helga, arbeitet im
Theater in der Requisite, hat aber ein Theaterstück geschrieben. Und zwar über
die Zeit und Umstände, unter denen beide sich kennen gelernt haben: Bei Straßenkämpfen
und in der Hausbesetzerszene.
Die drei Teile des Romans entsprechen drei Zeitstufen: Grenze = Sommer 89, Helga
erfährt, dass ihr Stück aufgeführt werden soll. Erste Ereignisse in Ungarn
(deutsche Botschaft usw.). Strom = Herbst (November) 89, Proben laufen. Die
Mauer fällt. Drama = März 90, Uraufführung des Stückes, erste freie Wahlen
in der DDR.
Der Konflikt
liegt darin, dass Gudrun die Verarbeitung ihrer Erlebnisse und deren
Zurschaustellung im Theater als Verrat durch ihre Freundin empfindet und sie
deshalb während des Schlussapplauses von der Beleuchtungsgalerie her auf der Bühne
erschießen will. Der Schuss geht daneben und im Trubel unter, weil Helga diesen
Schluss antizipiert und auf der Bühne inszeniert und damit die Realisierung
verhindert. Dahinter steckt zum einen das Problem »Wem gehört die Geschichte«
auf der persönlichen Basis der beiden Freundinnen als auch auf der politischen
(DDR, Widerstand), zum anderen geht es um Realität und Inszenierung,
Wirklichkeit und Wahrheit. Außer den beiden Protagonistinnen tauchen zwei
Westdeutsche aus Köln auf, lernen die beiden im Sommer kennen, sind im November
in Berlin und werden auch zur Uraufführung eingeladen.
Der Roman ist
erklärtermaßen und in jeder Hinsicht postmodern, so sind z. B. eine ganze
Reihe von Szenen Paraphrasierungen aus der Sendereihe „100 Meisterwerke“,
die damals sehr erfolgreich in der ARD lief. Das Romangeschehen ist keine platte
Abbildung einer wie auch immer gearteten Realität, sondern Darstellung des
prallen Lebens, das sich in phantasievollen Sprachbildern manifestiert. Dennoch
ist der Roman auch ein konventionell lesbarer Roman, denn alle Personen (mit
Namen und Biographie) sind eindeutig in Raum und Zeit erkennbar.
„Wir als
Angehörige einer sich zusammenfindenden Kulturnation dürfen uns dabei einer
Technik bedienen, die nicht abbildet und damit im Moment der Reproduktion schon
Lüge produziert, weil sie Totes als Lebendiges vorführt, sondern einer
Technik, die bildet, weil sie lebendig ist,“ heißt es am Ende des Romans.
Den
Tagebuchnotizen kann man entnehmen, wie sich der Roman entwickelt, wie die
Ereignisse der Wiedervereinigung aus der Distanz wahrgenommen und wie sie in die
Fiktion eingebaut werden. Interessant sicher auch, dass eben diese Notizen fast
während des gesamten Schreibvorgangs als Teil des Romanstoffes angesehen und
erst kurz vor der Veröffentlichung herausgenommen wurden. Nach zwanzig Jahren
vervollständigen sie nun den Roman zusammen mit der Zeittafel zu einem
lebendigen Bild einer sehr bewegten und bewegenden Geschichte.
Fast genau
zwanzig Jahre, nachdem der Roman zum ersten Male aufgelegt wurde (500
nummerierte und am 3. Oktober 1990 handsignierte Exemplare), gibt es die
Neuauflage, die um Tagebuchnotizen des Autors aus dem Zeitraum Juli 1989 bis
Oktober 1990 und eine Zeittafel der Wiedervereinigung ergänzt wird.
Vor zwanzig
Jahren begann die Arbeit an dem Roman »Die Grenze, der Strom und das Drama«,
der in der Taxifahrer-, Theater- und Hausbesetzerszene spielt und mit einem
novellenartigen Schuss von der Kanzel (hier: Schuss aus der Beleuchtungsgalerie
des Theaters) endet. Handlungsort: Westberlin zur damaligen Jetztzeit, also
1989.
Als dann die
Ereignisse, die zur Wiedervereinigung führten, ihren Lauf nahmen, entschied
sich der Autor, die Ereignisse nicht zu ignorieren, sondern in das
Romangeschehen einzubauen. Liest man den Roman heute auch nur auszugsweise, wird
man dem Text vieles entnehmen und abnehmen, sein Alter jedoch wohl kaum. Er
wirkt nach wie vor frisch und frech. Das mag auch an der Struktur liegen, die
sich an Video-Clips orientiert und für jedes Kapitel einen eigenen Ton findet
und ein eigenes Setting schafft. Diese Live-Mitschrift ist ein ganz ungewöhnliches
Dokument, das aus der Flut der Veröffentlichungen zum Thema nach wie vor
herausragt.
Schauen Sie sich hier
den Umschlag an und hier geht es zu
Leseproben.
Stimmen
zur Erstauflage:
Dieses
Buch ist ein pulsierender Schmelztiegel: eine spannende Story, sex and crime,
Reflektion, Literaturtheorie, Zeitaktualität, die Welt des Theaters, Scherz,
Satire, Ironie und tiefere Bedeutung. Ein ungemein lebendiges Buch, das Beste,
was wir bisher von Regenbrecht kennen."
(Schreibkraft Koblenz 10/1990)
"Auch wenn es erst Probleme bereitet, die Klammer für diese klaffende
Wunde namens Roman zu finden, am Ende muss man sich damit zufrieden geben, dass
dieser blutende Riss niemals vernarbt."
(Rhein-Zeitung, Koblenz 13./14.10.1990)
"Keine
leichte Kost für den Leser, doch fasziniert der Schriftsteller durch jandlsche
Sprachkaskaden und eine manchmal an Thomas Bernhard erinnernde bärbeißige
Ironie. Reizvoll auch seine Dialoge mit den eigenen Figuren und dem Leser. Eine
erfrischend originelle und individuelle Neuerscheinung."
(S3-TV Kulturkalender 25.1.1991)
"...
dieser flackernde Text aus Realitätspartikeln, Zitaten und kurzen Geschehenssträngen
hat für mich einen starken und sehr aktuellen Reiz, ich verstehe, dass dies
eine authentisch zeitgenössische Wahrnehmung und Spiegelung der Welt ist."
(Dieter Wellershoff, Köln 1991)